Wie viele Fahrzeuge und Züge werden voraussichtlich täglich über die Feste Fehmarnbeltquerung fahren?
Wenn die Feste Fehmarnbeltquerung öffnet, werden im ersten Jahr durchschnittlich 8.000 Fahrzeuge täglich erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass die Anzahl fünf Jahre nach der Eröffnung bei etwa 10.800 Fahrzeugen täglich liegt, danach wird mit einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens für die Straßenverbindung von 1,7 Prozent gerechnet. Für die Bahnverbindung wird ein markanter Anstieg in der Anzahl von Güterzügen erwartet, sodass fünf Jahre nach Eröffnung mit 40 Personenzügen und 78 Güterzügen pro Tag gerechnet wird.
Berücksichtigen die Verkehrsberechnungen, ob es weiterhin einen Fährbetrieb Puttgarden-Rødby geben wird?
Bei den Verkehrsberechnungen wird nicht vorausgesetzt, dass es nach Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung weiterhin einen Fährbetrieb zwischen Puttgarden und Rødby geben wird. Es ist die Entscheidung der Fährreedereien, ob sie den Fährverkehr auch künftig aufrechterhalten wollen. Die Erfahrungen vom Großen Belt und vom Öresund haben gezeigt, dass der Fährverkehr nach Eröffnung der festen Querung recht schnell eingestellt wurde.
Wie viel wird die Feste Fehmarnbeltquerung kosten?
Vor Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) betragen die geschätzten Baukosten für den Abschnitt von Küste zu Küste in Form eines Absenktunnels etwa 5,5 Mrd. EUR. Für die dänische Hinterlandanbindung liegen die geschätzten Baukosten bei etwa 1,1 – 1,2 Mrd. EUR. Die Baukosten sind mit Preisstand 2008 angegeben und können sich im Zuge der weiteren Planungen noch verändern.
Die Ausgaben für die deutsche Hinterlandanbindung sind in Deutschland streitig, die Baukosten werden mit insgesamt 840 Mio. EUR veranschlagt (Preisstand 2003).
Kann man sich auf den Preis verlassen? Alle anderen Bauprojekte verteuern sich ja im Laufe der Zeit.
Ja, auf den Preis kann man sich verlassen. Femern A/S schätzt, dass die veranschlagten Baukosten für das Projekt von Küste zu Küste, die im November 2010 veröffentlicht und im Juni 2011 aktualisiert worden sind, realistisch sind. Es muss jedoch betont werden, dass immer noch zusätzliche Kosten infolge von Auflagen in Verbindung mit der Umweltbewertung und der Genehmigung des Projekts durch die Behörden entstehen können. Ferner werden die kommenden Angebote der Bauunternehmen für die Bauarbeiten die aktuelle Marktlage in der Baubranche widerspiegeln.
Wer muss die Feste Fehmarnbeltquerung bezahlen?
Es sind die Nutzer der Festen Fehmarnbeltquerung, nicht die Steuerzahler, die sowohl den Abschnitt von Küste zu Küste als auch die dänische Hinterlandanbindung bezahlen. Die Finanzierung der Festen Fehmarnbeltquerung erfolgt durch Darlehen, für die der dänische Staat garantiert, sowie durch Zuschüsse von der EU. Die Darlehen werden über Nutzergebühren zurückbezahlt, genau so, wie es bei den Querungen über den Großen Belt und den Öresund der Fall ist.
Wie lange wird es dauern, bis die Feste Fehmarnbeltquerung und die dänische Hinterlandanbindung zurückgezahlt sind?
Die Rückzahlungszeit für den Abschnitt von Küste zu Küste beträgt 33 Jahre für einen Absenktunnel. Wird die dänische Hinterlandanbindung mitgerechnet, beträgt die Rückzahlungszeit 39 Jahre bei einer Tunnellösung.
Wie wirkt es sich auf die Rückzahlungszeit aus, wenn die Voraussetzungen für die Berechnungen nicht stimmen?
Alle Voraussetzungen wurden auf der Basis einer konservativen Schätzung festgelegt, d. h. die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich die Rückzahlungszeit infolge eines niedrigeren Zinsniveaus, höherer EU-Fördermittel oder höherer Mauteinnahmen verkürzen kann.
Erhält die Feste Fehmarnbeltquerung Fördermittel von der EU?
Die EU hat beschlossen, das Projekt im Rahmen des TEN-V-Programms (Transeuropäisches Verkehrsnetz) zu unterstützen und hat für den Zeitraum 2007–2015 Mittel in Höhe von rund 267 Millionen EUR zur Verfügung gestellt. Für die Machbarkeitsstudie in Bezug auf die Arbeiten auf dem dänischen Festland wurden weitere rund 12 Millionen EUR veranschlagt. Da die feste Querung über den Fehmarnbelt ein wichtiger Verkehrskorridor in Nordeuropa sein wird, ist anzunehmen, dass auch in der nächsten Haushaltsperiode zwischen 2014 und 2020 EU-Fördermittel aus dem TEN-V-Programm zur Verfügung gestellt werden, in diesem Fall direkt für die Bauphase.
Warum kürzte die EU die Fördermittel für die feste Querung über den Fehmarnbelt im Jahr 2010?
Im Zuge ihrer Halbzeitüberprüfung im Jahr 2010 beurteilte die Europäische Kommission alle von der EU unterstützten TEN-V-Projekte. Da im Zeitraum von 2007 bis 2015 der Umfang der Bauaktivitäten geringer ist als ursprünglich erwartet, hat der Überprüfungsbericht eine Kürzung der Fördermittel für die Feste Fehmarnbeltquerung um etwa 72 Millionen EUR vorgeschlagen. Demzufolge würden die Fördermittel von 339 Millionen EUR auf 267 Millionen EUR reduziert werden. Es ist zu erwarten, dass die EU diese Gelder in der nächsten Förderperiode zwischen 2014 und 2020, in der auch die Bauarbeiten stattfinden werden, wieder bereitstellt. Die Unterstützung der Festen Fehmarnbeltquerung durch die EU ist somit ungeachtet der Kürzungen im aktuellen Förderungszeitraum weiterhin gegeben.
Was wird es kosten, über die Feste Fehmarnbeltquerung zu fahren?
Die Preise sind nicht festgelegt, doch in den finanziellen Berechnungen wird davon ausgegangen, dass der Preis auf dem Niveau einer Fährüberfahrt Puttgarden – Rødbyhavn im Jahr 2007, angepasst um die normale Preisentwicklung, liegen wird. 2007 betrug der Preis für die Überfahrt mit der Fähre 56 EUR für einen Pkw.