Auf dänischer Seite ist die Behörde Banedanmark mitten in der Planung. Im Zuge des sogenannten UVP-Verfahrens gibt es bis zum 10. April öffentliche Anhörungen zum Projekt Fehmarnbelt – dänische Hinterlandanbindungen, bei denen Bürger und Unternehmen ihre Kommentare einbringen und sich an der Diskussion zum Projekt beteiligen können.
Die Arbeiten, die auf dänischer Seite erwartet werden, sind recht umfassend: Zwischen Vordingborg und Holeby muss – mit Ausnahme auf der Storstrømsbrücke – ein zusätzliches Gleis gebaut werden. Die Bahnstrecke soll von Ringsted bis Rødbyhavn komplett elektrifiziert werden, an einigen Stellen muss der Gleisverlauf begradigt und mehr als 50 Brücken müssen umgebaut oder ausgetauscht werden.
Durch den Ausbau der Strecke wird es Platz für mehr Züge geben, vor allem für Güterzüge. Personenzüge können die Geschwindigkeit auf maximal 160 km/h oder 200 km/h erhöhen, je nachdem, für welche Lösung sich die Politiker entscheiden.
„Dänemark und Deutschland haben vertraglich vereinbart, dass die Eisenbahnstrecken beiderseits der Festen Fehmarnbeltquerung ausgebaut werden sollen. Wir von Banedanmark haben die Aufgabe, Lösungen zu finden, die den verkehrstechnischen Bedarf erfüllen und die in weitest möglichem Umfang Rücksicht auf Mensch und Natur nehmen“, betont Martin Munk Hansen, Bereichsleiter bei Banedanmark.
In Dänemark werden gegen Lärmbelästigungen an der Strecke 18 km Lärmschutzwände aufgestellt und bei 1.900 Wohneinheiten wird eine Isolierung der Fassade vorgenommen. Ferner müssen mehr als 100 Immobilien angekauft werden, weil für die neuen Anlagen Platz benötigt wird.
Auf deutscher Seite laufen ebenfalls die Vorbereitungen für den Ausbau der Bahnstrecke bis zum Anlandungspunkt. Die vorhandene Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden wird elektrifiziert. Außerdem soll ausreichend Kapazität auf der eingleisigen Strecke zwischen Bad Schwartau und Puttgarden sichergestellt werden. „Deutschland wird für eine bedarfsgerechte Hinterlandanbindung auf der Schiene sorgen“, sagt Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte der Deutsche Bahn AG für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein.
Wie Martin Munk Hansen ist auch Ute Plambeck Rücksichtnahme dabei wichtig: „Die bedarfsgerechte Schienenanbindung soll gleichzeitig verträglich für Menschen, Wirtschaft und Umwelt gestaltet werden. Derzeit läuft das Raumordnungsverfahren unter Federführung des Landes Schleswig-Holstein und hier werden alle Aspekte intensiv untersucht.“
Spätestens sieben Jahre nach Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung von Küste zu Küste soll die Bahnstrecke zwischen Bad Schwartau und Puttgarden zweigleisig ausgebaut sein. Doch wie die Storstrømsbrücke bleibt auch die Brücke über den Fehmarnsund zunächst eingleisig.
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