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Stimmen zur Kulturregion Fehmarnbelt

Datum: 21.02.2011
„Menschenleere Landschaften” und „Langeweile”, so gestand der ehemalige dänische Kulturattaché Uffe Andreasen, waren die ersten Assoziationen, die er mit dem Begriff „Fehmarnbeltregion” verband.

Doch dieses Bild ließ sich in den zurückliegenden Jahren durch Kontakte mit engagierten Menschen in der Region revidieren. Und auch ohne feste physische Verbindung ist in STRING- und Interreg-Regie schon einiges im Kulturbereich geschehen. Doch Kultur über nationale Grenzen hinweg ist ein „anstrengendes Geschäft” und zudem sehr personenbezogen, so Dr. Henningsen, Professor für Skandinavistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seiner Meinung nach benötige erfolgreicher Kulturaustausch zwischen Nationen „mehr Professionalität und mehr Management” als bisher.

Andreasen und Dr. Henningsen waren zwei der Interviewpartner, mit denen Dr. Birgit Stöber im Rahmen einer Studie im Auftrag von Femern A/S sprach, um Erfahrungen, Positionen und Anregungen zu den kulturellen Potentialen der Fehmarnbeltregion zu sammeln. Zu den Personen, die im Zeitraum Mai 2009 bis Januar 2010 interviewt wurden, zählten u.a. auch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Benedikte von Dänemark, der Direktor der Malmöer Kunsthalle Jacob Fabricius, der Referatsleiter Kultur aus der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Gert Haack, sowie der ehemalige Leiter des Øresundskomitees, Birger Olofsson.

Dass Kultur eine wichtige Rolle für die Menschen vor Ort und die Entwicklung einer Region spielt, wurde von keinem der Interviewpartner in Frage gestellt. Kultur kann entscheidend sein für das Erleben von Gemeinsamkeiten und das Entstehen einer Region. Gleichzeitig kann und darf Kultur nicht als Luxusgut missverstanden oder als Alibi für das politische Projekt „Fehmarnbeltregion” missbraucht werden, war die übereinstimmende Haltung der Interviewpartner. Ebenso bestand Einigkeit darin, dass verpflichtende Worte von (kultur-)politischer Seite dringend nötig seien, denen auch konkrete Taten folgen müssten.

Eine der Grundvoraussetzungen für kulturelle aktive Teilnahme ist „Mobilität”, die auch eng mit mentalen und wirtschaftlichen Aspekten verbunden ist. Nur wer interessiert und informiert ist und über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, kann aktiv am Kulturgeschehen teilnehmen. Kultur- und Kunstinteressierte bewegen sich schon jetzt quer durch die Region und darüber hinaus. Auch diejenigen zu bewegen, die bisher kaum mobil sind, darin könnte eine wichtige Herausforderung bestehen. Positive Emotionen und Assoziationen bezüglich der Fehmarnbelt Region sind Birger Olofsson zufolge wichtig für ein erfolgreiches Regionenprojekt. Dennoch warnte er gleichzeitig davor auf eine „gemeinsame Identität” zu setzen. Diese Strategie würde nur missglücken. Außerdem könnten die bestehenden kulturellen Unterschiede spannend und bereichernd sein und sollten nicht zu beseitigen versucht werden.

 

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