Als einer der ganz wenigen hat der Fotograf und Biologe Christian B. Hvidt in alle der vielen verschiedenen Umweltuntersuchungen, die im Rahmen der Planungen der Festen Fehmarnbeltquerung durchgeführt wurden, Einblick gehabt. Er hat mehrere Monate lang im Feld Aufnahmen gemacht, um Videomaterial für die acht Filme zu sammeln, die über die Untersuchungen des Projekts von Fischen, Vögeln, Flora etc. produziert wurden.
Für Christian B. Hvidt war es sowohl als Biologe als auch als Videoproduzent eine interessante fachliche Herausforderung und ein einzigartiges Erlebnis, so vielen unterschiedlichen Fachleuten in ‚ihrem Element’ der Feldforschung zu begegnen.
„Wenn ich bei diesem Projekt draußen mit den Kollegen spreche, treffe ich auf ein enormes Engagement, das sehr ansteckend ist. Man spürt wirklich, dass das Projekt für viele Menschen eine Menge bedeutet“, erzählt er.
Die Natur als roter Faden
Ende der 1990er Jahre machte Christian B. Hvidt erstmals nähere Bekanntschaft mit dem Fehmarnbeltprojekt, als er als Biologe an den Umweltverträglichkeitsprüfungen der Offshore-Windräder bei Rødsand teilnahm. Doch die Natur und ihre Portraitierung waren in Christian B. Hvidts Leben seit den Angelausflügen als Kind in die schöne Natur am Aabenraa Fjord schon immer sehr wichtig.
In den letzten Jahren hat er sich vor allem mit Film- und Bilddokumentationen beschäftigt, u. a. auch für das Fernsehen. Primär konzentriert er sich auf Salz- und Süßwassergebiete.
Zurück nach Fehmarn
2008 kehrte Christian B. Hvidt als Teil des Teams, das die Umweltuntersuchungen zu Fischen und Fischerei durchgeführt hat, zurück zum Fehmarnbeltprojekt. Seine Arbeit beinhaltete die Produktion von einigen Dokumentarfilmen– nicht nur über Fische, sondern auch über die anderen Themen, die Teil der Umweltuntersuchungen des Fehmarnbeltprojekts sind. Alle Filme kann man sich hier auf der Seite ansehen.
„Die große Herausforderung bestand darin, eine relativ lange und fachlich komplexe Geschichte auf nur eine Minute pro Film zu verdichten. Und zwar so, dass die Filme sowohl publikumsfreundlich als auch fachlich korrekt sind. Jeder einzelne UVP-Bereich hat ja eine enorme Breite, und wir haben weder die Zeit noch den Platz, alle Geschichten zu erzählen“, erklärt Christian B. Hvidt.
„Unser Bildmaterial ist enorm, und daher haben wir uns bei der technischen Bearbeitung der Filme dafür entschieden, eine Serie von kurzen anstelle von wenigen langen Schnitten zu verwenden. Auf diese Weise erhalten die Zuschauer Einblick in viele verschiedene Teile der Umweltverträglichkeitsprüfungen“, sagt Christian B. Hvidt.
Wenn das Wetter einen Streich spielt
Die Arbeit mit den Videoaufnahmen war von Wartezeiten und Unterbrechungen geprägt. „Doch so ist es halt, wenn man in der Natur filmt“, erklärt Christian B. Hvidt. Zum Beispiel sind Unterwasseraufnahmen bei schlechter Sicht praktisch unmöglich. In einem Fall war es so schwer, von Robben die richtigen Aufnahmen in den Kasten zu bekommen, dass die geplanten zwei Aufnahmetage plötzlich zu zwei Wochen wurden.
„So saß ich dann auf Falster in einem Ferienhaus, umgeben von Dänen, Deutschen und ein paar Schotten – jeder Experte in seinem Fachgebiet – und wir alle warteten. Das Interessante ist ja, dass die Dinge alle zusammenhängen; wenn also keine Robben da sind, dann mit ziemlicher Sicherheit, weil keine Fische da sind, und so weiter. Doch dadurch erhielten wir auch die Möglichkeit, zu diskutieren, wie man die Synergien zwischen den verschiedenen Umweltelementen nutzen kann. Ich habe unter anderem gelernt, den Informationen aus den hydrografischen Untersuchungen zu folgen, sodass ich jetzt besser entscheiden kann, wann es gut ist, hinauszufahren. Und natürlich haben wir dann ab und zu auch mal gemeinsam einen Whisky genossen“, erzählt Christian B. Hvidt.
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