Kürzere Reisezeiten in Großstädte durch einen Ausbau der Eisenbahnverbindungen, führen zu mehr Pendlern aus einem größeren Einzugsbereich. Das bedeutet auch, dass mehr Gebiete urbanisiert werden und damit Teil einer Großstadtregion werden.
Dies zeigt ein Fall aus Taiwan, der in der neuen, von Femern A/S herausgegebenen Analyse „Feste Fehmarnbeltquerung: Regionale Entwicklungsperspektiven“, beschrieben wird. Das Beispiel aus Taiwan wurde als wichtige Fallstudie verwendet, da die Entfernung zwischen der Hauptstadt Taipei und Kaohsiung, der zweigrößten Stadt Taiwans, in etwa der Entfernung zwischen Hamburg und Kopenhagen entspricht.
Die Studie hat gezeigt, dass sich der Einzugsbereich aus dem nach Taipei gependelt wird, mit dem Ausbau der Strecke zwischen Taipei und Kaohsiung von einer herkömmlichen zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke vergrößert hat. Regionen, die zuvor von der Großstadtregion Taipei abgetrennt waren, wurden zu Teilen der Großstadtregion.
Die kürzere Fahrzeit zwischen mehreren Städten in Taiwan brachte Zeiteinsparungen von 50 bis 66 Prozent mit sich und führte zu einer Zusammenführung bislang getrennter Wohn- und Arbeitsmärkte. Mehrere dieser Regionen sind jetzt in weniger als 50 Minuten (in einer Richtung) von den Großstädten aus erreichbar. Dies ist der Schwellenwert für schnelle Änderungen im Pendlerverhalten. Die Analyse zeigt auch, dass die am weitesten entfernten Regionen am meisten profitieren, da im Nahverkehr der Großstadtregion konventionelle Züge am schnellsten sind.
Abgesehen von der eigentlichen Fahrzeit sind die Anzahl der Haltestellen und die Qualität der Zugverbindungen entscheidende Faktoren, wenn sich die Regionen entwickeln und attraktive Wohngebiete für Pendler in die Großstadtregion sein sollen. Der Zugang zu schnelleren Zügen von lokalen Haltestellen aus ist wesentlich für die Entwicklung des Gebiets zu einem Teil der Großstadtregion und beeinflusst auch die Wohnungspreise und das Wachstum in der Region.
Teil des Projekts Feste Fehmarnbeltquerung ist auch der Ausbau der Schienenhinterlandanbindung sowohl in Deutschland als auch in Dänemark.
Auf deutscher Seite wird die Strecke zwischen Puttgarden und Lübeck elektrifiziert und die Kapazität erhöht. Bis spätestens sieben Jahre nach Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung von Küste zu Küste wird die Bahnstrecke zwischen Bad Schwartau und Puttgarden zu einer zweigleisigen elektrifizierten Strecke ausgebaut werden.
Auf dänischer Seite geht es vorläufig nicht um Hochgeschwindigkeitszüge, doch Banedanmark (die dänische Eisenbahnnetzgesellschft) arbeitet an einem Ausbau und einer Elektrifizierung der Strecke, was zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit für Personenzüge zwischen Rødby und Kopenhagen auf entweder 160 oder 200 Kilometer pro Stunde führen wird. Dadurch wird sich die Reisezeit nach Kopenhagen verringern und das Pendeln aus einem größeren Einzugsbereich verstärken.
Das Buch „Feste Fehmarnbeltquerung, Regionale Entwicklungsperspektiven“ hat 440 Seiten, kostet 300 DKK (150 DKK als E-Buch) und wird vertrieben im Syddansk Universitetsforlag, www.universitypress.dk
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