Foto mit freundlicher Genehmigung des Kampfmittelräumdienstes der Königlich Dänischen Marine
Bomben aus den zwei Weltkriegen des letzten Jahrhunderts tauchen in der Ostsee und den benachbarten Gewässern einschließlich dem Fehmarnbelt immer wieder einmal auf. Seit 1980 wurde in dem Korridor, in dem jetzt die Trassenführung der Festen Fehmarnbeltquerung geplant wird, jedoch nur eine einzige Bombe gefunden und entschärft.
Das ergibt sich aus einer von Rambøll / Arup für Femern A/S durchgeführten Untersuchung. Die Studie war Teil der geophysischen und geotechnischen Untersuchungen und basiert zum einen auf Beobachtungen während der Untersuchung des Meeresbodens und zum anderen auf historischen Quellen deutscher, englischer und dänischer Behörden.
Der Fehmarnbelt wurde nach dem zweiten Weltkrieg, wie andere Gewässer auch, von Minen geräumt. Trotzdem wird auf dem Meeresboden von Zeit zu Zeit immer noch nicht explodiertes Kriegsmaterial gefunden, wie z. B. Torpedos und Tiefwasserbomben sowie Schiffs- und Flugzeugwracks, in denen sich möglicherweise verschiedene Arten von Munition befinden.
Hinzu kommt, dass in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und vor allem nach dem zweiten Weltkrieg große Mengen übrig gebliebene Munition im Meer um Dänemark versenkt wurden – auch im Fehmarnbelt.
In den letzten drei Jahrzehnten haben deutsche und dänische Behörden insgesamt von 16 Funden nicht explodierten Kriegsmaterials im gesamten Fehmarnbelt berichtet – der weitaus größte Teil wurde von Berufsfischern gefunden. Alle Blindgänger wurden unmittelbar nach dem Fund gesprengt.
Hin und wieder wird Kriegsmaterial an den Küsten angespült. 2007 wurden zwei Schwimmer verletzt, nachdem Sie Kontakt mit einer phosphorhaltigen Granate hatten, die an den Strand gespült worden war.
Ehe mit den Bauarbeiten für die Feste Fehmarnbeltquerung begonnen wird, müssen gegebenenfalls ergänzende Untersuchungen des Meeresbodens vorgenommen werden, um das Risiko zu verringern, bei den Ausgrabungsarbeiten auf altes Kriegsmaterial zu stoßen.
Dass derartige Untersuchungen durchaus vernünftig sein können, zeigte sich u. a. bei den Bauarbeiten für die feste Querung zwischen Schweden und Dänemark über den Öresund.
Voruntersuchungen hatten ein sehr geringes Risiko ergeben, altes Kriegsmaterial zu finden, aber dennoch stießen die Bagger bei den Ausgrabungsarbeiten für den 4 km langen Absenktunnel auf zahlreiche Granaten. Insgesamt mussten während der Ausgrabungsarbeiten 16 Blindgänger entschärft werden.
Eine anschließende Untersuchung ergab, dass die Granaten von britischen Kampfpiloten kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs abgeworfen worden waren. Bei einer Flugparade vor dem Kopenhagener Flughafen war ein still auf der Meeresoberfläche liegendes Wasserflugzeug das Ziel. Auch wenn es den Piloten gelang, das Flugzeug zu versenken, so hatten nicht alle Granaten das Ziel getroffen.
« Zur Übersicht