Das japanische Erdbeben und der nachfolgende Tsunami, von denen im März 2011 zahlreiche Straßen, Bahntrassen, Brücken und ganze Städte zerstört wurden, war eines der schlimmsten Beben, die weltweit jemals aufgezeichnet worden sind. Der Umfang dieser Katastrophe legt natürlich die Frage nahe, ob ein Erdbeben in Nordeuropa einen künftigen Tunnel unter dem Fehmarnbelt beschädigen könnte.
„Wir begannen bereits zwischen 1995 und 1997 mit der Erhebung geotechnischer und geologischer Daten, um zu untersuchen, ob ein möglicher Tunnel ernsthafte Erdbebenschäden davon tragen könnte. Nach neuerlichen Untersuchungen in den Jahren 2008 bis 2010 lautet die Antwort eindeutig nein", sagt Jens Kammer, Leiter der Abteilung Geotechnik bei Femern A/S.
Größere Erdbeben treten in der Regel dort auf, wo die Kontinentalplatten der Erde aufeinander treffen. Von diesen Gebieten liegt der Fehmarnbelt weit entfernt. In vorgeschichtlicher Zeit gab es beträchtliche Bewegungen im Untergrund, doch diese haben mittlerweile aufgehört oder sind so schwach, dass sie keinerlei Bedeutung haben. Das vermutlich stärkste Erdbeben in historischer Zeit geschah im Jahr 1629 in 140 Kilometern Entfernung zum Fehmarnbelt. Dieses Beben lässt sich jedoch in keinster Weise mit dem in Japan vergleichen, das die Stärke 9,0 auf der Richterskala erreichte. Im Jahr 2008 trat in Schweden, 250 Kilometer vom Fehmarnbelt entfernt, ein gemäßigtes Erdbeben der Stärke 4,3 auf.
Zum Vergleich: Der Absenktunnel von Kaohsiung in Taiwan war im vergangenen Jahr einem Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Richterskala ausgesetzt, ohne dass ernsthafte Schäden auftraten. Dies liegt unter anderem daran, dass ein Absenktunnel während eines Erdbebens zusammen mit den umgebenden Erdmassen schwingt. Lediglich größere Verschiebungen könnten einem Tunnel schaden. Die Gefahr größerer Erdverschiebungen im Fehmarnbelt ist jedoch verschwindend gering, wie die Untersuchungen zeigen.
„Wir können daher mit Sicherheit sagen, dass ein Absenktunnel unter dem Fehmarnbelt besonders widerstandsfähig gegenüber Erdbeben sein wird", stellt Jens Kammer abschließend fest.
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