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Fehmarnbelt ist Vorreiter bei Klimabilanz

Datum: 31.08.2011
Die Experten bei der Festen Fehmarnbeltquerung haben eine anspruchsvolle Aufgabe erhalten. Sie müssen eine CO2-Bilanz erarbeiten, die 120 Jahre abdeckt und sowohl den Bau als auch den Verkehr berücksichtigt. Es wird erwartet, dass die Feste Fehmarnbeltquerung innerhalb von 30 Jahren CO2-neutral ist.

Für das Fehmarnbeltprojekt wird eine besonders umfassende und gründliche Klimabilanz aufgestellt. Die Klimabilanz ist Teil der Umweltuntersuchungen zur Festen Fehmarnbeltquerung – eines der wenigen Bauvorhaben in Europa, bei denen die Klimabilanz den gesamten Zeitraum vom ersten Spatenstich bis zur Verschrottung des Bauwerks umfasst, wie Verwaltungsmanager Henrik Bay, CO2-Verantwortlicher bei Femern A/S, erklärt.

Die Klimabilanz umfasst die Menge CO2, die infolge des eigentlichen Bauvorhabens ausgestoßen wird, wenn beispielsweise Maschinen betrieben werden, Beton hergestellt und Material transportiert wird. Der Bau der Querung führt somit zu einem erhöhten Ausstoß von CO2. Zugleich kommt es aber mit Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung zu einer Veränderung im Verkehr, die dazu führt, dass sich der CO2-Ausstoß von Fahrzeugen und Zügen verringert.

Der geringere CO2-Ausstoß ist darauf zurückzuführen, dass Züge und Fahrzeuge bei der Route über die Feste Fehmarnbeltquerung ca. 160 km Fahrstrecke im Vergleich zur Route über Jütland, Fünen und den Großen Belt einsparen. Dies führt also zu einem weitaus geringeren CO2-Ausstoß, als es heute mit dem Fährbetrieb zwischen Rødby und Puttgarden der Fall ist. Die vorläufigen Berechnungen zeigen, dass sich die CO2-Bilanz der Festen Fehmarnbeltquerung innerhalb von 30 Jahren im Gleichgewicht befinden wird. Danach wird die Feste Fehmarnbeltquerung zu einem geringeren CO2-Ausstoß als ohne diese feste Querung beitragen.

„Die Klimabilanz umfasst Bau und Betrieb der Festen Fehmarnbeltquerung und die Auswirkungen des Verkehrs sowie letztendlich den Abriss. Das ist ein Zeitraum von 120 Jahren“, erklärt Henrik Bay.

Henrik Bay räumt ein, dass eine derart umfassende Klimabilanz über einen so langen Zeitraum große Herausforderungen mit sich bringt.

„Ziel ist es, eine wirklichkeitsgetreue und zuverlässige CO2-Bilanz aufzustellen, die während des ganzen Prozesses handhabbar ist. Die Herausforderung besteht daher nicht zuletzt darin, den richtigen Detaillierungsgrad zu finden. Wir können nicht bis hinunter auf die einzelne Mutter gehen, aber wir versuchen beispielsweise, so früh wie möglich in dem Prozess die richtigen Materialien und die richtigen Mengen zu bestimmen.“

Vor allem die großen Mengen an Baumaterialien und der Transport schlagen in der Bilanz schwer zu Buche. Doch verschiedene Arten von Beton schlagen sich auf unterschiedliche Weise in der CO2-Bilanz nieder, und daher ist es wichtig, die richtigen Mengen Stahl und Beton in der richtigen Qualität einzukaufen und sie richtig einzusetzen.

Henrik Bay geht davon aus, dass die Feste Fehmarnbeltquerung innerhalb von 30 Jahren CO2-neutral ist. Das bedeutet, dass Bauwerk und Verkehr zu dem Zeitpunkt insgesamt gesehen eine geringere CO2-Belastung darstellen als die derzeitige Fährverbindung. Wenn die Umweltbewertung im nächsten Jahr veröffentlicht wird, werden die genauen Zahlen vorgelegt werden. „Unsere primäre Aufgabe liegt zurzeit darin, eine gründliche Klimabilanz auszuarbeiten, auf die wir uns verlassen können und die realistisch ist“, betont Henrik Bay.

 

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Die Femern A/S ist mit der Aufgabe betraut, eine feste Querung zwischen Deutschland und Dänemark über den Fehmarnbelt zu entwerfen und zu planen. Das Unternehmen ist Teil der staatlichen dänischen Sund & Bælt Holding A/S, die bereits über Erfahrungen aus dem Bau der festen Querungen über den Großen Belt und den Öresund verfügt.
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