„Kopenhagen und Hamburg haben einander immer mit Sehnsucht betrachtet.“ Das sagte Hamburgs Bürgermeister, Olaf Scholz, nach einem Treffen mit seinem Kollegen in Kopenhagen, Oberbürgermeister Frank Jensen, am 29. Juni 2011.Das groß angelegte Treffen erstreckte sich über ein paar Tage, und anschließend traten zwei gut gelaunte Bürgermeister vor die Medien und verkündeten nichts Geringeres als den Beginn einer neuen Ära in der Zusammenarbeit beider Städte.
„Kopenhagen und Hamburg können viel von einander lernen, und besonders freue ich mich, mir Hamburgs Erfahrungen in Bezug auf die Energieumstellungen und die Stadtentwicklung im früheren Hafengelände zunutze zu machen. Außerdem ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir uns koordiniert für häufig und regelmäßig verkehrende Hochgeschwindigkeitszüge von Kopenhagen nach Hamburg einsetzen, wenn die Feste Fehmarnbeltquerung fertiggestellt ist“, sagte Frank Jensen.
Bei dem Treffen wurden viele Vereinbarungen schriftlich fixiert. Man möchte gemeinsam mehr amerikanische Touristen in die Region holen. Darüber hinaus wird es eine Arbeitsgruppe geben, die für eine engere Zusammenarbeit bei Infrastruktur und Stadtentwicklung sorgen sowie gemeinsame Interessen in Brüssel wahrnehmen soll.
Aber wichtigster Anlass und Dreh- und Angelpunkt des Meinungsaustauschs und der Übereinkünfte in Kopenhagen war die Feste Fehmarnbeltquerung. Olaf Scholz unterzeichnete für Hamburg ein Kooperationsabkommen mit einem klaren Ja zu dieser festen Querung. Ein Ja, zu dem Hamburg bisher nicht bereit war.
Beide Bürgermeister hoben die vielfältigen Chancen und Potenziale für die ganze Region und für ihre Städte hervor, die daraus resultieren können. Sie wurden auch ganz konkret: „Es ist von zentraler Bedeutung für die zukünftige Zusammenarbeit, dass die notwendige Infrastruktur in Dänemark und Norddeutschland ein Niveau erreicht, bei dem die Reisezeit zwischen den beiden Städten mit schnellen Zugverbindungen auf maximal 2,5 Stunden reduziert werden kann.“
Die Städtezusammenarbeit nimmt derweil konkrete Züge an: Bis zum Ende des Jahres soll die Arbeitsgruppe etabliert werden, und für das erste Halbjahr 2012 ist ein Gegenbesuch von Frank Jensen in Hamburg in Planung.
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