Die Analyse „Konsequenzen fester Querungen über den Fehmarnbelt und das Kattegat für die Region Süddänemark“ kommt u. a. zu dem Schluss, dass eine Feste Fehmarnbeltquerung den Verkehr durch die Region Süddänemark nur sehr begrenzt beeinflussen wird. Am stärksten wird der Einfluss voraussichtlich an der Grenze zu Deutschland sein. Der Studie zufolge wird sich dort das Verkehrsaufkommen um gut drei Prozent verringern.
Durch die Feste Fehmarnbeltquerung wird ein Teil der Güterzüge, die derzeit durch Süddänemark fahren, wegfallen. Das bedeutet zusätzliche Kapazität auf der Schiene und einen besseren Service für Bahnreisende. Für die Transportbranche in der Region wird dies nur von marginaler Bedeutung sein und auch die Tourismusbranche wird keinen Schaden nehmen.
Insgesamt verdeutlicht die Analyse, dass die Feste Fehmarnbeltquerung keine negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung in der Region haben wird.
Außerdem veranschaulicht sie, dass eine Querung über den Kattegat weitaus ernsthaftere Konsequenzen für die Region hätte. Bei dieser Verbindung prognostiziert die Studie für das Jahr 2030 einen Produktionsverlust für die Region in Höhe von 28 Mrd. DKK, einen Rückgang der Beschäftigungszahlen und einen Verlust von Steuereinnahmen für Gemeinden in Höhe von ca. vier Mrd. DKK. Auch die Verkehrsprobleme im Dreieck Horsens-Vejle-Fredericia ließen sich so nicht lösen, da sich der Verkehr dort nur um vier Prozent verringern würde.
Der Verkehrsdruck in Schleswig nimmt ab
Schleswig und Süddänemark sind mit der Brücke über den Großen Belt zur hochfrequentierten Transitregion geworden. Laut Studie wird sich der Verkehr in den kommenden drei Jahren noch einmal auf bis zu 35.000 Kraftfahrzeuge täglich erhöhen. Für die Region sowohl ein Gewinn als auch eine Belastung. Hier wird die Feste Fehmarnbeltquerung das Verkehrsaufkommen entlasten.
„Die Feste Fehmarnbeltquerung ist ein Infrastrukturprojekt von europäischer Bedeutung. Darüber hinaus würde sie zu einer Senkung des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens in der Region Schleswig-Flensburg führen, das auf unseren Hauptverkehrsrouten, vor allem der A7, lastet,“ sagt daher Peter-Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein. „Nichtsdestotrotz müssen auch die notwendigen Investitionen in die Jütlandroute gewährleistet sein.“
Hintergrund ist, dass sich der Landesteil Schleswig seit geraumer Zeit für verschiedene Investitionen in die Infrastruktur stark macht. Darunter fallen der Ausbau der Westküsten-Autobahn über Heide hinaus, die damit verbundene westliche Elbequerung bei Hamburg oder auch der Ausbau der A 7 als wichtigste Nord-Süd-Achse. Zwischen dem Autobahndreieck Bordesholm und dem Elbtunnel in Hamburg wird die Autobahn bereits von vier auf sechs bzw. acht Fahrstreifen erweitert, um die Nordregion für den stetig wachsenden Verkehr zu rüsten.
Bürgermeister Bockholt aus Niebüll an der Westküste sieht ebenfalls keine Gefahr von der Festen Fehmarnbeltquerung für die Region ausgehen: „In Anbetracht der vorliegenden Informationen verfolge ich die Entwicklung um die Fehmarnbeltquerung relativ entspannt. Allerdings fordere ich ganz klar den Ausbau der Strecke A23 – B5 – A11. Hier sind die Dänen weit voraus und haben bereits ca. 10 Mio. Kronen für die Machbarkeitsplanungen und Trassenfindung bereitgestellt.“
« Zur Übersicht