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Fehmarnbelt im internationalen Rampenlicht

Datum: 06.02.2012
Femern A/S lädt internationale Bauunternehmer dazu ein, ihre Aufmerksamkeit auf die kommenden großen Bauvorhaben für den gut 18 Kilometer langen Tunnel unter dem Fehmarnbelt zwischen Deutschland und Dänemark zu richten.

In einer offiziellen Mitteilung im Amtsblatt der Europäischen Union hat Femern A/S erstmals die geplante Aufteilung der einzelnen Bauvorhaben für die Feste Fehmarnbeltquerung zwischen Puttgarden und Rødbyhavn veröffentlicht.

„Die Mitteilung ist ein Signal dafür, dass es mit dem Projekt jetzt ernsthaft losgeht und dass wir uns der Präqualifikationsphase und den Ausschreibungen nähern", sagt Steen Lykke, Technischer Direktor bei Femern A/S. "Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die internationalen Bauunternehmen hellwach sein sollten. Wir erwarten großes Interesse an unserem Projekt von Bauunternehmen aus der ganzen Welt, vor allem aber aus der europäischen Baubranche.

Die Errichtung der Festen Fehmarnbeltquerung ist ein derart großes und komplexes Vorhaben, dass sich voraussichtlich mehrere internationale Bauunternehmen zu Konsortien zusammenschließen werden, um Angebote einzureichen. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beträgt rund 5,5 Mrd. EUR (Preisstand: 2008).

Femern A/S hat das Bauvorhaben für die Querung von Küste zu Küste in vier große Aufträge aufgeteilt, die ab Ende 2012 in einem internationalen Vergabeverfahren ausgeschrieben werden sollen. Die Vertragsaufteilung sieht wie folgt aus:

1)    Ausbaggerung des Meeresbodens und Landgewinnung Der Bauunternehmer soll einen ca. 18 Kilometer langen, 80 Meter breiten und 10 Meter tiefen Graben im Fehmarnbelt ausheben, in dem der Tunnel platziert werden kann. Das Ausheben des Grabens wird ca. 15 Mio. Kubikmeter Meeresboden befördern, der zur Landgewinnung vor allem vor der Küste Lollands und in geringerem Maß auch vor der Küste Fehmarns wiederverwendet werden soll. Der Vertrag umfasst auch andere größere Baggerarbeiten, z. B. das Hafenbecken für die Produktionsstätte der Tunnelelemente in Rødbyhavn.

2)    Bau des nördlichen Teils des Tunnels Der Bauunternehmer soll die Hälfte des eigentlichen Tunnelbauwerks ausführen und somit auch die Hälfte der Produktionsstätte für Tunnelelemente in Rødbyhavn errichten. Darüber hinaus soll der Bauunternehmer die Hälfte der Tunnelelemente herstellen, transportieren und an Ort und Stelle absenken, also ca. 40 Standardelemente und ca. fünf Spezialelemente. Dies entspricht etwa neun Kilometern Tunnel.

3)    Bau des südlichen Teils des Tunnels Der Vertrag umfasst dieselben Aufgaben wie der für den nördlichen Tunnel. Der Vertrag über den Absenktunnel ist in zwei gleich große Teile aufgeteilt, damit so viele Unternehmen wie möglich Angebote abgeben, was zu einem erhöhten Wettbewerb bei Preis und Verfahren führt.

4)    Bau von Portalbauten, Rampen und Landanlagen Der Bauunternehmer soll die beiden Tunnelportale sowie diejenigen Tunnelabschnitte bauen, die in offener Bauweise an Land errichtet werden und den unter Wasser gelegenen Tunnel mit den Rampen in Deutschland und Dänemark verbinden. Darüber hinaus umfasst der Vertrag Zufahrtsrampen und die Anbindung an die vorhandenen Verkehrsanlagen an Land sowie die gesamte Fertigstellung, wie z. B. das Asphaltieren der Fahrbahnen und das Verkleiden der Wände im gesamten Tunnel.

Neben diesen vier Verträgen wird Femern A/S zu einem späteren Zeitpunkt Vorhaben in Bezug auf den Bau der Bahnanlagen sowie sonstige technische Installationen ausschreiben.

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Auftragsaufteilung lädt Femern A/S die internationale Bauwelt zu einem sogenannten Branchentag (Industry Day) ein, der am 21. März 2012 in Kopenhagen stattfinden wird. Ziel der Veranstaltung ist es, weitere Informationen über das Projekt zu vermitteln und die Grundlagen für mögliche Partnerschaften und Joint Ventures unter den Teilnehmern zu schaffen.

„Der Branchentag und die kommende Präqualifikation richten sich vor allem an die großen Bauunternehmen, die es gewohnt sind, im internationalen Kontext zu arbeiten. Die vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmen in der deutschen und dänischen Region um den Fehmarnbelt kommen erst richtig ins Spiel, wenn die präqualifizierten Bauunternehmer 2013 damit beginnen, ihre Angebote anhand unserer Ausschreibungsunterlagen zu kalkulieren“, hebt Steen Lykke hervor.

Femern A/S plant, die Bauunternehmer im Laufe des Sommers 2012 zur Präqualifikation einzuladen, um diejenigen Unternehmen und Konsortien auszuwählen, die die Möglichkeit erhalten, ihre Angebote für die vier großen Bauaufträge abzugeben. Die ersten Aufträge werden voraussichtlich um den Jahreswechsel 2012/2013 ausgeschrieben.

Etwa zum Jahreswechsel 2013/2014 wird das dänische Parlament ein Baugesetz für das Vorhaben verabschieden. Nach dem Planfeststellungsbeschluss der deutschen Behörden kann im Sommer 2014 mit dem Bau begonnen werden. Ziel ist es, die Querung im Jahr 2020 zu eröffnen.

Bauunternehmen und Pressevertreter, die am Branchentag am 21. März 2012 teilnehmen möchten, können sich unter www.femern.com anmelden.

Siehe auch: Der Absenktunnel – Zahlen, Daten, Fakten.

Lesen die Mitteilung im Amtsblatt der Europäischen Union (Prior Information Notice - nur auf Englisch):
Dredging and Reclamation Contract
Tunnel North Contract
Tunnel South Contract
Portals Ramps and Landworks Contract

 

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Die Femern A/S ist mit der Aufgabe betraut, eine feste Querung zwischen Deutschland und Dänemark über den Fehmarnbelt zu entwerfen und zu planen. Das Unternehmen ist Teil der staatlichen dänischen Sund & Bælt Holding A/S, die bereits über Erfahrungen aus dem Bau der festen Querungen über den Großen Belt und den Öresund verfügt.
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