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Bei Überwindung der Hindernisse warten große Chancen

Datum: 11.11.2010
Die neuen Möglichkeiten zur Einrichtung von Wissenschafts- und Geschäftsclustern könnten der Fehmarnbeltregion einen Platz unter Europas führenden Regionen sichern. Das Potenzial für Cluster-Partnerschaften hängt jedoch davon ab, ob Hindernisse überwunden werden können.

Dies ist Teil der Ergebnisse einer neuen Studie zum Potenzial für Cluster in der Fehmarnbeltregion, die von Christian Wichmann Matthiessen, Professor für Geographie an der Universität Kopenhagen, und Dr. Hayo Herrmann von der Universität Kiel durchgeführt wurde.

Der Unterschied in der Forschungskultur zwischen Deutschland und der Öresundregion ist eines der zu überwindenden Hindernisse. Eine weitere Schwierigkeit, die berücksichtigt werden muss, ist die geographische Entfernung zwischen den norddeutschen Clustern und denen in der Öresundregion.

Professor Wichmann Matthiessen und Dr. Herrmann haben die Cluster und Netzwerke untersucht, ebenso wie mögliche grenzübergreifende Verbindungen in der Fehmarnbeltregion. Sie kommen zu dem Schluss, dass für Cluster mit der gleichen Struktur und dem gleichen Schwerpunkt in verschiedenen Teilen der zukünftigen Fehmarnbeltregion besondere Chancen bestehen. Wenn die grenzübergreifenden Verbindungen stärker werden, dann gilt das auch für die Cluster.

Zu den Clustern gehören Gruppierungen innerhalb des Bereiches der Biowissenschaften, der Nahrungsmittel- und Informationstechnologie und des Mediensektors. Die Nahrungsmittel-, IT- und Medienbranchen, die in der gesamten Fehmarnbeltregion breit präsentiert sind, spielen alle eine wichtige Rolle für die regionalen Volkswirtschaften. Insbesondere die Medienbranche ist in den beiden Metropolen Hamburg und Kopenhagen bestens repräsentiert.

Weitere Branchen, die in allen Teilen der Region präsent sind und von den grenzübergreifenden Verbindungen profitieren würden, sind Logistiknetzwerke sowie der Sektor der grünen Technologien. Der Tourismus ist ein weiterer Sektor, der in allen Teilen der Region vertreten ist, obwohl es zurzeit nur wenige grenzübergreifende Verbindungen gibt.

Allen diesen Bereichen ist gemeinsam, dass die Feste Fehmarnbeltquerung es erleichtern wird, die grenzübergreifenden Verbindungen zu stärken. Dies wiederum wird zu stärkeren Clustern und in einigen Fällen zu einer herausragenden Stellung in Europa innerhalb der jeweiligen Bereiche führen.

Das Cluster der Biowissenschaften hat das größte Potenzial, eine führende Position in Europa zu erreichen. Die Biowissenschaften sind in den meisten Teilen der Region ein wichtiger Industriesektor mit Unternehmen, die typischerweise Pharmazeutika und medizinische Geräte herstellen und dabei das ganze Spektrum von Rollstühlen bis hin zu Hörgeräten abdecken. Der Großteil der Arbeitsplätze basiert auf technischem und akademischem Fachwissen. Die Verbesserung der grenzübergreifenden Verbindungen zwischen den schon vorhandenen Netzwerken in diesem Bereich würde ein Cluster der Biowissenschaften schaffen, dessen Stellung innerhalb Europas konkurrenzlos wäre.

Verbesserte Infrastruktur schafft stärkere Verbindungen
Die Öresundregion verfügt über eines der stärksten Cluster für Biowissenschaften in Europa: Medicon Valley. Mecklenburg-Vorpommern ist die Heimat eines weiteren Clusters für Biowissenschaften, des BioCon Valley, welches enge Verbindungen zu Biowissenschaften Clustern in Schleswig-Holstein und Hamburg hat. Das Medicon Valley und das BioCon Valley sind durch das ScanBalt Netzwerk verbunden, einem Meta-Cluster für Biowissenschaften innerhalb der Ostseeregion, wo es als Koordinationsplattform für seine Mitglieder funktioniert.

Die Netzwerke haben unterschiedliche und sich ergänzende Prioritäten. Wenn die Unternehmen in den verschiedenen Clustern dies erkennen, dann wird das engere Verbindungen zwischen ihnen erleichtern. Eine verbesserte Infrastruktur wird zu einem verbesserten Informationsfluss und stärkeren Verknüpfungen führen.

Dr. Heinrich Cuypers, leitender Projektkoordinator im BioCon Valley, glaubt, dass grenzübergreifende Verbindungen der Schlüssel zur Schaffung eines stärkeren Biowissenschaftssektors sind. Er sagt:

„Eine optimale Infrastruktur ist eine Voraussetzung für vermehrten grenzübergreifenden Austausch von Arbeitskräften und Gütern.”

Laut Dr. Cuypers wäre jedoch die Feste Fehmarnbeltquerung von besonderem Vorteil für Unternehmen im westlichen Mecklenburg-Vorpommern, denn eine feste Querung hätte für diese eine positive Wirkung auf die Anfahrtszeiten zu ihren dänischen und schwedischen Nachbarn. Für Unternehmen, die weiter im Ostern sitzen, bietet die Fährverbindung Rostock-Gedser weiterhin die kürzeste Fahrtzeit.

Stig Jørgensen, der Geschäftsführer der Medicon Valley Alliance, ist ebenfalls der Meinung, dass eine gute Infrastruktur einer der wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung eines stärkeren Biowissenschaftssektors ist. Er betont jedoch, dass Infrastruktur alleine nicht ausreicht:

„Die Öffnung der Brücke über den Öresund hat das Pendeln erleichtert und Biowissenschaftsunternehmen auf der dänischen Seite Möglichkeiten eröffnet, qualifizierte Leute aus Schonen einzustellen“, sagt er. „Aber in Bezug auf die Kooperation mit Unternehmen auf der anderen Seite des Öresund sind die Aktivitäten immer noch gering. Gesteigerte Kooperation erfordert starke Initiativen und viel Energie.“

Stig Jørgensen ist skeptisch, ob eine Feste Fehmarnbeltquerung die Partnerschaften zwischen  dem Medicon Valley und dem BioCon Valley stärken würde, denn die Entfernung zwischen den beiden Clustern wird immer noch erheblich sein. Er weist auch darauf hin, dass die Forschungskultur in Dänemark und Schweden der angelsächsischen näher ist als der in Deutschland und Frankreich.

Diese Hindernisse akzeptiert Professor Wichmann Matthiessen, und sein Rat an Entscheidungsträger und andere Stakeholder in Norddeutschland, Seeland und Schonen ist es, zu mobilisieren: 

„Es ist wichtig, eine Plattform für Biowissenschaften zu schaffen, wo die Forschung und die öffentlichen Sektoren sich treffen, um Forschung, Entwicklung und Marketing zu fördern. Zu diesem Zweck sollte von den betreffenden Parteien eine finanziell starke Organisation errichtet werden. In Bezug auf die große Entfernung zwischen den beiden Clustern ist es wichtig, dass die Infrastruktur auf beiden Seiten der neuen Querung verbessert wird, einschließlich schneller Bahnverbindungen und Autobahnen.“

 

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Die Femern A/S ist mit der Aufgabe betraut, eine feste Querung zwischen Deutschland und Dänemark über den Fehmarnbelt zu entwerfen und zu planen. Das Unternehmen ist Teil der staatlichen dänischen Sund & Bælt Holding A/S, die bereits über Erfahrungen aus dem Bau der festen Querungen über den Großen Belt und den Öresund verfügt.
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