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Die Fehmarnbelt-Bahnverbindung hat hohe Priorität

Datum: 11.11.2010
Die geplante feste Querung des Fehmarnbelts zwischen Dänemark und Deutschland ist ein wichtiger Beitrag zur Schließung der Lücke zwischen dem skandinavischen und europäischen Schienennetzwerk.

Wenn die Querung eröffnet ist, wird sie die Kapazität für Güter- und Personentransport erhöhen und die Reiseverbindung zwischen Deutschland und Skandinavien - verglichen mit den vorhandenen Verbindungen über die deutsch-dänische Grenze und den Großen Belt - um 160 km verkürzen.

Der Fehmarnbelt durchschneidet die direkte Verbindung zwischen Palermo auf Sizilien und Stockholm in Schweden und ist von der EU als einer der Schienenkorridore identifiziert worden, die für den verbesserten Gütertransport notwendig sind. Da das übergeordnete Ziel darin besteht, ein nachhaltigeres europäisches Transportsystem zu entwickeln, möchte die EU die Bahnfracht attraktiver und wettbewerbsfähiger gestalten und somit einen Wechsel vom LKW auf die Schiene unterstützen. 

Die Verbindung über den Fehmarnbelt war ursprünglich als zweigleisige elektrifizierte Trasse mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern für Personenzüge und 120 Stundenkilometern für Güterzüge geplant. Außerdem wird sie eine vierspurige Autobahn umfassen. Als Konsequenz der Vorbereitungsarbeiten für die feste Querung wurde entschieden, die Geschwindigkeit auf 200 Stundenkilometer für Personenzüge und 140 Stundenkilometer für Güterzüge zu erhöhen.

118 Züge pro Tag
Die Verkehrsministerien von Deutschland, Schleswig-Holstein und Dänemark sowie die Deutsche Bahn AG und die Femern A/S haben sich darauf geeinigt, dass bis 2025 78 Güterzüge und 40 Personenzüge pro Tag über die feste Schienenquerung des Fehmarnbelt fahren werden. Es wird erwartet, dass der Personenverkehr 18 internationale, 18 regionale und bis zu vier Nachtzüge umfassen wird.

Im Vergleich zu heute werden die Kapazitäten und Fahrtzeiten erheblich verbessert werden. Während die Zugreise von Hamburg nach Kopenhagen heute 4½ Stunden dauert, wird bei der neuen Verbindung die Strecke in drei Stunden zurückgelegt, was zu einer Zeitersparnis von 33 Prozent führt.

Der heutige Güterverkehr über den Fehmarnbelt macht einen minimalen Anteil des Marktes aus, nur ca. 5 Prozent. Mit der Eröffnung der Querung 2020 werden die Wettbewerbsfähigkeit und die Chancen zur Erhöhung des Marktanteils erheblich verbessert werden. Insbesondere der internationale Güterverkehr zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa wird von den Verbesserungen in der Schieneninfrastruktur profitieren.

Es wird erwartet, dass der Personenverkehr nach der Eröffnung der Querung um mehrere hundert Prozent anwachsen wird.  Die heutige Zahl von 350.000 beförderten Personen pro Jahr soll erwartungsgemäß auf 1,4 Millionen ansteigen, also ein Anstieg um 300 Prozent. 

Vorteile für die Gesellschaft
Analysen vor der Entscheidung, eine feste Querung über den Fehmarnbelt zu planen und zu bauen, zeigen, dass das Projekt erhebliche Vorteile auf nationaler, regionaler und europäischer Ebene mit sich bringt.

Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit: Die Verbindung wird die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf beiden Seiten des Fehmarnbelt stärken, einschließlich der Öresundregion in Dänemark/Schweden und Norddeutschland. Da es für diese Unternehmen billiger und leichter sein wird, ihre Produkte und Dienstleistungen in Europa zu vermarkten, werden auch die Verbraucher davon profitieren.

Sozioökonomische Vorteile: Die wirtschaftlichen Vorteile aus der erhöhten Flexibilität und schnelleren Fahrtzeit werden auf ca. 2 Milliarden Euro berechnet. Davon entfallen rund 0,7 Milliarden Euro auf Dänemark, der Rest auf andere europäische Länder. Zusätzlich wird es langfristige wirtschaftliche Vorteile durch stärkeren Wettbewerb, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, gesteigerte Produktivität und niedrigere Kosten geben. Diese Vorteile werden auf ca. 0,4 Milliarden Euro zusätzlich zu den direkten wirtschaftlichen Vorteilen geschätzt.

Vorteile für die Umwelt: Unter der Annahme, dass die Fähren nicht weiter betrieben werden, wird geschätzt, dass die Querung zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen von mehr als 200.000 Tonnen pro Jahr im Vergleich zur derzeitigen Fährverbindung führen wird. Dies entspricht den jährlichen CO2-Emissionen aus dem Energieverbrauch einer dänischen Provinzstadt.

 

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Die Femern A/S ist mit der Aufgabe betraut, eine feste Querung zwischen Deutschland und Dänemark über den Fehmarnbelt zu entwerfen und zu planen. Das Unternehmen ist Teil der staatlichen dänischen Sund & Bælt Holding A/S, die bereits über Erfahrungen aus dem Bau der festen Querungen über den Großen Belt und den Öresund verfügt.
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