Es ist nicht einfach, die Marktbedingungen in acht Jahren vorherzusagen, besonders bei dynamischen Geschäftszweigen, die unter harten Wettbewerbsbedingungen operieren. Trotzdem haben wir einige Wirtschaftsführer befragt, was die Feste Fehmarnbeltquerung für Sie bedeuten wird.
Rekrutierung und Ressourcen
Kongskilde Industries A/S in Sorø in Westseeland stellt Produkte zur Getreidetrocknung und Pflanzenverarbeitung für die Papier- und Plastikindustrie her. Das Unternehmen ist in Deutschland schon niedergelassen und hat keine unmittelbaren Pläne, seinen Markt in Folge der festen Querung zu expandieren.
„Wir sind mit unseren eigenen deutschen Tochtergesellschaften, die für den Vertrieb auf dem deutschen Markt verantwortlich sind, gut etabliert”, sagt Geschäftsführerin Anette Ilsøe.
„Wir nutzen die Fährverbindung Rødby-Puttgarden nicht, sondern leiten unsere Exporte über Jütland”, erklärt sie. „Normalerweise schicken wir einen Lastwagen pro Tag nach Deutschland und rund zehn nach Polen, Frankreich, Italien und Spanien. Aber natürlich werden wir sehen, ob es für uns billiger oder schneller sein wird, die Feste Fehmarnbeltquerung anstelle der Route über Jütland zu nutzen.
Obwohl der Fehmarnbelt für uns in Hinblick auf Arbeitskräfte und Ressourcen in der Region Seeland, wo wir unser Personal rekrutieren, nicht von entscheidender Bedeutung ist, wird das Fehmarn-Projekt ganz offensichtlich Auswirkungen haben”, fügt Anette Ilsøe hinzu. „Auf der einen Seite ist zu erwarten, dass Fehmarn viele Leute aus Seeland anziehen wird, aber gleichzeitig wird das Leben in diesem Gebiet viel attraktiver werden, und das könnte positive Auswirkungen auf die Rekrutierung von qualifiziertem Personal haben.“
Keine „dänische Peripherie“ mehr
Hardi International A/S aus Nørre Alslev in Falster und Taastrup in Seeland stellt Feldsprüher für die Landwirtschaft und andere Arten von Sprühgeräten her.
„Ich glaube nicht, dass die Feste Fehmarnbeltquerung direkte Auswirkungen auf unser Geschäft haben wird“, sagt Produktionsleiter Preben Kristensen. „Indirekt könnte es Auswirkungen für die Region als Ganzes geben, weil sie attraktiver wird und sich von der dänischen Peripherie distanzieren wird.“
Hardi International A/S schickt jede Woche 5 LKWs über Deutschland nach Südeuropa.
„Unsere Logistikpartner wählen die Route aus, und einige von ihnen wählen die Verbindung Rødby-Puttgarden. Ich erwarte nicht, dass dies sich mit der festen Querung komplett ändern wird, außer der Tatsache, dass Touren in den Süden, die zur Zeit über Gedser-Rostock erfolgen, nach Rødby verlagert werden könnten. Allerdings ist auf den Straßen südlich von Rostock weniger Verkehr, und daher sind sie leichter zu nutzen.
Wenn unsere Logistikpartner sich für die feste Querung entscheiden, dann wird es für sie keine Beschränkungen mehr durch festgelegte Abfahrtszeiten geben, und dadurch wird unser Versandsystem im gleichen Maße flexibler“, sagt Preben Kristensen.
Optimierte Auslieferung
Das Holzhandelsunternehmen Bernd Jorkisch GmbH & Co KG in Daldorf, Schleswig-Holstein, ist in Norddeutschland tätig. Dr. Mario Hölscher aus der Geschäftsleitung glaubt, dass eine feste Querung es Jorkisch ermöglichen wird, sein Netzwerk zu optimieren.
„ Die HanseBelt-Region (zwischen Hamburg und Fehmarn) nimmt bereits jetzt eine Drehscheibenfunktion in der internationalen Holzwirtschaft ein“, sagt Dr. Hölscher. „Wir liegen hier geografisch ideal. Über die Ostsee importieren wir aus Skandinavien und Russland. Unser Handel in Richtung Nordsee läuft über Hamburg.
Jorkisch wird von der zukünftigen Festen Fehmarnbeltquerung unter anderem deshalb profitieren, weil wir durch sie den weiteren Ausbau unserer Vertriebslogistik nach Dänemark und Schweden einfacher vorantreiben können.“
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