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Anforderungsprofile der Baustellen und Produktionsstätten beim Bau der Festen Fehmarnbeltquerung

Datum: 12.01.2010

In ungefähr drei Jahren wird eines der größten Infrastrukturprojekte Europas Gestalt annehmen, wenn der erste Spatenstich für die 19 Kilometer lange feste Querung zwischen Deutschland und Dänemark erfolgen wird.

Schätzungen zufolge werden in der etwa sechsjährigen Bauphase jährlich 6.000 bis 7.000 Arbeitskräfte beim Bau der festen Querung und für die Produktion der Brücken- oder Tunnelelemente benötigt.

„Wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, ob die Fehmarnbeltquerung als Tunnel oder Brücke gebaut wird. Aber unabhängig davon, welche Lösung am Ende gewählt wird, kennen wir den generellen Rahmen und die Anforderungen an die zukünftigen Produktionsstätten und Baustellen. Daher ist jetzt für interessierte Standorte die richtige Zeit, sich zu überlegen, wie man den Zuschlag für eine der Produktionsstätten erhalten könnte“, so Peter Lundhus, Geschäftsführer der Femern A/S.

Die Femern A/S hat heute zwei Broschüren veröffentlicht, die genauere Informationen über die Anforderungen an die Baustellen der Festen Fehmarnbeltquerung und die Produktionsstätten von Brücken- und Tunnelelementen enthalten. Die Baustellenbroschüre informiert über das Anforderungsprofil für die Baustellen auf den Inseln Fehmarn und Lolland, die in unmittelbarer Nähe der Trasse der künftigen Querung gelegen sein werden. Die zweite Broschüre erläutert die Anforderungen an Produktionsstätten, in denen große Brücken- bzw. Tunnelteile angefertigt werden. Diese Produktionsstätten müssen nicht auf den Inseln Fehmarn oder Lolland selbst liegen, sondern können weiter von der eigentlichen Baustelle im Fehmarnbelt entfernt sein.

Mit dem Bau der Querung soll 2013 begonnen werden, die Eröffnung ist für 2018 geplant. Um an den Ausschreibungen der Bauherren teilzunehmen, sollten potentielle Standorte jetzt entscheiden, ob sie sich für eine der Produktionsstätten bewerben wollen.

„Mit der Veröffentlichung der Informationsbroschüren stellen wir den Behörden, Unternehmen und der Öffentlichkeit unsere Anforderungen vor. Somit wird allen Stellen, die sich dafür interessieren, eine Produktionsstätte für ihre Region zu gewinnen, ausreichend Gelegenheit geboten, die Vor- und Nachteile der Ansiedlung einer größeren Produktionsstätte zu bewerten und zu diskutieren“, so Lundhus weiter.

Die Bauherren, die die Ausschreibung zum Bau der festen Querung gewinnen, werden den endgültigen Standort „ihrer“ jeweiligen Produktionsstätten festlegen, wobei Standortfaktoren wie beispielsweise Zugangsmöglichkeiten, Preis sowie die Verfügbarkeit von Arbeitskräften ausschlaggebend sein werden. Es liegt in der Hand der Regionen, die an dem Auswahlprozess teilnehmen möchten, ihr Profil zu schärfen und zusammen mit der Femern A/S sicherzustellen, dass alle notwendigen Planungen, Genehmigungen sowie die nötige Infrastruktur vorhanden sind.

Der Bau der festen Querung wird voraussichtlich insgesamt vier bis sechs Produktionsstätten erfordern und vermutlich in mindestens drei größere Verträge unterteilt werden.

Im Fall einer Brückenlösung wäre es am kosteneffektivesten, die Produktion der Brücke so weit wie möglich an Land durchzuführen. Große Pylonen müssten allerdings trotzdem auf der Baustelle selbst im Fehmarnbelt gegossen werden. Ein Absenktunnel müsste gänzlich an Land produziert werden.

Betonelemente, wie beispielsweise die Fundamente und die Brückenpfeiler oder alternativ die Tunnelelemente, sollten idealerweise innerhalb eines Radius von 80 bis 120 Kilometer zur Querungstrasse angefertigt werden. Somit kommen viele Gebiete in Deutschland und Dänemark in Betracht, aber insgesamt ist die Ostseeregion als Ganzes relevant.

Der Brückenüberbau kann prinzipiell überall auf der Welt hergestellt und dann in kleinen Segmenten in den Fehmarnbelt verschifft werden. Der Überbau würde aus einer Stahlkonstruktion bestehen, erstellt von einer großen Anzahl an Schweißern in hochspezialisierten und kostenintensiven Fertigungsanlagen. Die Kosten des nachfolgenden Transports über große Entfernungen fallen demgegenüber zwar weniger ins Gewicht, allerdings bestehen hier Transportrisiken.

Kostenschätzungen des Abschnitts von Küste zu Küste, basierend auf dem Preisstand von 2008, gehen von 4,5 Mrd. Euro im Fall einer Brücke und von 5,5 Mrd. Euro bei einer Tunnellösung aus.

In den nächsten Jahren wird die Femern A/S in Deutschland und Dänemark Planfeststellungs- und Umweltverfahren initiieren und Vorschläge für Brücken- und Tunneldesigns entwickeln. Bevor die Bauarbeiten beginnen können, muss schließlich vom dänischen Parlament noch ein Baugesetz bezüglich der technischen Lösung und des Trassenverlaufs verabschiedet werden.

Die beiden Broschüren „Beschreibung möglicher Produktionsstätten“ und „Beschreibung möglicher Baustellen“ sowie Pressebilder und Grafiken sind online unter www.femern.de abrufbar.

 

Für weitere Informationen:

Geschäftsführer der Femern A/S, Peter Lundhus, Tel. +45 33 41 63 02, plu@femern.dk

Pressekontakt:

Deutschland: Inga Karten, miller und meier consulting, +49 30 288 76 59 38, ikn@femern.de

Dänemark: Karsten Holmegaard, Femern A/S, +45 33 41 63 35, kho@femern.dk



 

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