Die Untersuchungen sind Teil der Vorbereitungen der gesetzlich vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU), die erfolgen muss, bevor die Behörden dem Bau die endgültigen Genehmigungen erteilen können.
Die sehr detaillierten UVUs sollen gründliche Kenntnisse der Natur, Organismen und Ökosysteme in dem Gebiet sicherstellen. So soll eine gute Grundlage für eine Beurteilung der Auswirkungen der festen Fehmarnbeltquerung auf die Umwelt geschaffen werden. Die Untersuchungen sollen gewährleisten, dass die Querung in einer Weise errichtet wird, die für die Umwelt vertretbar ist.
Untersuchungen an Land
Im Frühjahr werden Umweltexperten im Auftrag der Femern A/S Felduntersuchungen an Land durchführen, um die dortigen Tier- und Pflanzenarten und die Natur- und Landschaftswerte der Gegend zu erfassen.
Die Felduntersuchungen finden in einem breiten Korridor in den Gebieten östlich und westlich von Puttgarden und Rødbyhavn statt, wo später eventuelle Bauarbeiten stattfinden können. Auf Fehmarn ist der Korridor für die Umweltuntersuchungen ca. 7 km breit an der Küste und reicht ca. 5 km ins Land hinein. Auf Lolland wird ein Gebiet untersucht, das an der Küste 14 km breit ist und ca. 7 km ins Land hinein reicht.
Der Korridor ist relativ breit ausgelegt, weil die Biologen die Möglichkeiten der Tiere, sich in der Landschaft zu bewegen, untersuchen müssen. Außerdem sollen Geographen und Landschaftsgestalter Kulturdenkmäler und Landschaftscharakteristika – beispielsweise Hünengräber – in einem großflächigen Gebiet registrieren, damit die Querungsanlagen von der Form her dem bestehenden Umfeld angepasst werden können.
Innerhalb des Korridors werden Experten sämtliche Wasserläufe, Seen, Moore, Wiesen, Strände und kleinere Waldungen, brachliegende Gebiete, Bereiche entlang Anbauflächen und kleinerer Anpflanzungen untersuchen. Die Biologen befassen sich besonders mit der Suche nach seltenen Tieren und Pflanzen, die durch internationale Abkommen besonders geschützt sind, so beispielsweise Fledermäuse, Frösche, Insekten, Pilze, Pflanzen und Vögel.
Auf Lolland kennzeichnen die Biologen Enten durch spezielle Ringe, um so deren Züge und Bewegungen über Satellit und Funk zu beobachten. Zudem werden die Biologen die intensiven Vogelzüge in diesem Gebiet über Radar verfolgen. Die dafür notwendige Radarausrüstung wird auf Lolland nahe der Kläranlage bei Rødbyhavn und auf Fehmarn am Scandlines-Gelände in Puttgarden sowie auf dem Gelände des Deutschen Wetterdienstes bei Westermarkelsdorf installiert.
Die Felduntersuchungen an Land werden im Namen der Femern A/S von Trüper Gondesen Partner und BioConsult SH in Deutschland und von COWI A/S und DHI (Dänisches Hydraulisches Institut) in Dänemark durchgeführt.
Untersuchungen auf See
Auch auf See bereitet die Femern A/S eine Reihe von Umweltuntersuchungen vor. Einer der wichtigsten Aspekte in diesem Zusammenhang sind die Strömungsbewegungen im Fehmarnbelt.
Umweltexperten haben erst kürzlich Markierungsbojen ausgelegt, um in nächster Zukunft drei automatische Messbojen platzieren zu können, die automatisch Strömung, Salzgehalt und Temperatur des Wassers messen sollen. Andere Messbojen wiederum messen die Wasserklarheit an zehn Stellen im Fehmarn Belt.
Das Umweltschiff „JHC miljø” wird in monatlichem Abstand Umweltfahrten durchführen. Bei diesen Fahrten misst die Mannschaft an Bord die Wasserqualität und registriert das jeweilige Planktonaufkommen im Wasser.
Zu den am weitesten verbreiteten Planktonorganismen gehören mikroskopische Algen und kleinste Krebstiere - die Wasserflöhe. Plankton spielt als unterstes Glied der Nahrungskette des Meers eine maßgebliche Rolle.
Bereits im Winter haben Biologen begonnen, vom Flugzeug aus überwinternde Meeresvögel zu zählen und die wichtigsten Nahrungsaufnahmegebiete der Vögel zu erfassen. Im Herbst und Winter wurden vorläufige Untersuchungen von Heringslaichen und Aalwanderung durchgeführt. Die Registrierung von Seehunden und Schweinswalen wurde bereits eingeleitet, wird jedoch im Frühjahr noch intensiviert werden.
Die Untersuchungen auf See werden im Auftrag der Femern A/S u.a. von DHI, Orbicon und der Kopenhagener Universität von dänischer Seite und vom IOW (Institut für Ostseeforschung Warnemünde), Marilim, Biola und dem IFAÖ (Institut für Angewandte Ökologie) von Deutschland aus durchgeführt.
Weiterer Planungs- und Genehmigungsprozess
Das Ergebnis der Umweltuntersuchungen wird in die UVU einfließen, die eingeleitet wird, wenn das dänische Folketing das Planungsgesetz für die Fehmarnbeltquerung beschlossen hat. Der entsprechende Parlamentsentscheid wird noch im Frühjahr 2009 erwartet.
Die Umweltuntersuchungen erstrecken sich über die kommenden Jahre, wobei deren Ergebnisse Bestandteile des Abschlussberichts zur UVU sein werden, der für 2011 erwartet wird. Die Schlussfolgerungen dieses Berichts wiederum bilden dann die Grundlage für die Entscheidung zur endgültigen Linienführung und technischen Ausführung der festen Fehmarnbeltquerung.
Die feste Fehmarnbeltquerung soll im Jahr 2018 fertiggestellt sein.
Kontakt für Anfragen zu den Umweltuntersuchungen:
Umweltmanager Anders Jensen, Femern A/S, Tel. + 45 33 41 63 11.
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