Die geotechnischen Untersuchungen sollen den Ingenieuren ein detailliertes Bild der Baugrundverhältnisse quer über den Fehmarnbelt und in den Bereichen vermitteln, in denen die Querung voraussichtlich auf die Küste trifft.
Bereits 1995/96 waren erste Voruntersuchungen der geologischen Verhältnisse im Fehmarnbelt durchgeführt worden. Damals ergab sich, dass die künftige feste Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland auf Baugrundverhältnissen gegründet sein wird, wie sie den dänischen Brückenbauern bereits von früheren Brückengroßprojekten vertraut sind.
Zu Beginn der jetzt startenden geologischen Messkampagne wird das Forschungsschiff „Madog“ vier Wochen lang in einem zwei Kilometer breiten Untersuchungskorridor zwischen Puttgarden und Rødby östlich der Fährschiffroute kreuzen. Das Forschungsschiff ist mit Schallwellensendern ausgestattet und schleppt ca. 250 m lange, mit Hydrofonen (Unterwassermikrofonen) ausgerüstete Messkabel hinter sich her. Die von dem Sender erzeugten Schallwellen dringen in den Untergrund ein, werden dort reflektiert und dann von den Hydrofonen erfasst. Mit magnetischen Untersuchungen werden außerdem am Meeresboden befindliche Wracks oder sonstige metallische Gegenstände aufgespürt. Die gewonnenen Informationen über die geologischen Eigenschaften des Untergrunds werden anschließend in Karten dargestellt.
Die Untersuchungen der „Madog“ sollen unter den bestmöglichen Wetterbedingungen stattfinden und werden daher jetzt im Sommer durchgeführt. Sie dauern voraussichtlich bis Freitag, 22. August 2008 an.
Obwohl die Messungen für Menschen und Umwelt keinerlei Gefährdung darstellen, können Fische und Meeressäugetiere durch die Schallwellen gestört werden. Deswegen werden die Tiere vor Beginn der Arbeiten vorsorglich mit einem Warnsignal aus dem Untersuchungsgebiet verscheucht. Es handelt sich dabei um ein erprobtes Verfahren, das beispielsweise in der Fischerei und bei Untersuchungen für neue Offshore-Windparks erfolgreich eingesetzt wird.
Nach Abschluss der Messkampagne werden in den folgenden drei Jahren Probebohrungen und Labor- und Felduntersuchungen im Fehmarnbelt durchgeführt, um das Wissen über die geologischen und Baugrundbedingungen weiter zu vertiefen.
Erste seismische Voruntersuchungen wurden bereits vom 16. bis 20. Juni 2008 östlich des Fährhafens Puttgarden und östlich des Hafens Rødby auch an Land durchgeführt, wo die Querung voraussichtlich auf die Küsten treffen wird. Anfang August 2008 werden außerdem geo-elektrische Untersuchungen östlich von Puttgarden stattfinden.
Die Untersuchungen werden im Auftrag der Femern A/S von einem Geotechnikkonsortium durchgeführt. Das Konsortium, bestehend aus den beiden Firmen Rambøll Danmark A/S (Dänemark) und Ove Arup & Partners Ltd. (Großbritannien), hat die im Frühjahr 2008 durchgeführte EU-Ausschreibung gewonnen. Der Kostenrahmen für die geotechnischen Untersuchungen beträgt 40 Mio. Euro.
Femern A/S hat drei international anerkannte Experten als Berater zur Qualitätssicherung der geologischen Untersuchungen und der Auswertung der Ergebnisse beauftragt. Die Expertengruppe besteht aus:
• Dr.-Ing. Bernd Schuppener, Bundesanstalt für Wasserbau, BAW, Karlsruhe
• M.Sc., PhD. Ole Hededal, Technische Universität Dänemark, DTU Byg
• M. Sc., lic.techn. Niels Foged, Technische Universität Dänemark, DTU Byg
Die Femern A/S ist eine zu 100 Prozent staatliche Gesellschaft im Geschäftsbereich des dänischen Verkehrsministeriums. Aufgabe des Unternehmens sind die Voruntersuchungen und Vorbereitungen zum Bau der festen Fehmarnbeltquerung zwischen Dänemark und Deutschland.
Im Anhang zu dieser Pressemitteilung befindet sich eine Kartendarstellung des Untersuchungsgebiets für die in den kommenden vier Jahren stattfindenden geotechnischen Felduntersuchungen.
Für Rückfragen steht Ihnen der Projektmanager Jens Kammer zur Verfügung, Telefon + 45 33 41 63 09.
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