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Geotechnische Untersuchungen nun auch an Land

Datum: 10.11.2008
Die im Sommer begonnenen Baugrunduntersuchungen werden nun an Land fortgesetzt.

Im Laufe der kommenden Wochen werden zwei bis drei Geotechnik-Experten auf Fehmarn mit relativ leichtem Gerät geoelektrische Messungen vornehmen. Die Ergebnisse werden zusammen mit den bereits durchgeführten seismischen Untersuchungen dazu beitragen, einen Überblick über die Geologie, also die verschiedenen Erdschichten, zu erhalten.

Als Voraussetzung für die Planung der Gründung des Bauwerks benötigen die Ingenieure präzises und detailliertes Wissen über den vorliegenden Baugrund. Dabei werden die geotechnischen Untersuchungen auch wesentlich zur Entscheidungsfindung über die zukünftige Linienführung beitragen. 

Die für den Bau der festen Fehmarnbeltquerung verantwortliche Femern A/S hat für die Durchführung der geotechnischen Untersuchungen einen über vier Jahre laufenden Mehrstufenplan ausgearbeitet. In der jetzigen ersten Phase gilt es, ein generelles Verständnis der Geologie zu erlangen, um dann die für die weitere Projektentwicklung erforderlichen Details zu ergründen.

Verfahren und Vorgehensweisen der einzelnen Projektstufen basieren somit auf den Ergebnissen der jeweils vorhergehenden Stufe. Auf diese Weise wird die Beeinträchtigung der Grundbesitzer und Anwohner ebenso gering gehalten wie die Anzahl der später notwendigen Bohrungen.

Die derzeit laufenden geoelektrischen Messungen haben keine bleibenden Auswirkungen auf die Umgebung. Wo die Geotechniker bei ihren Fahrten oder Arbeiten z.B. Saatschäden verursachen, wird nach geltenden Regeln Schadenersatz geleistet. Die Femern A/S hat die sechs Grundbesitzer, auf deren Land Messungen durchgeführt werden, in persönlichen Schreiben entsprechend informiert.

Auf der dänischen Insel Lolland werden keine geoelektrischen Messungen vorgenommen. Zum einen sind die Bodenverhältnisse auf Fehmarn komplexer als die von Lolland, und zum anderen wurden auf der dänischen Seite bereits bei früheren Gelegenheiten detailliertere Untersuchungen angestellt.

Am 16. November beginnen die geoelektrischen Messungen auf Fehmarn. Gemessen wird an der Erdoberfläche anhand von zwei durch eine Leitung verbundenen Elektroden. Diese schicken einen schwachen Strom durch die Erde, wobei die Geotechniker durch Messung von Spannungsdifferenzen an bestimmten Punkten zwischen den Elektroden den elektrischen Widerstand verschiedener Erdschichten bestimmen können. Die ermittelten Widerstandswerte lassen Rückschlüsse auf die Art der geologischen Ablagerungen und damit die Beschaffenheit der Erdschichten bis zu einer Tiefe von 120 m zu.

Die Messungen werden entlang von jeweils 2 km langen Linien durchgeführt. Die einzelne Messung kann sich z.B. auf einen Abschnitt von 800 m beziehen und zwei bis vier Stunden dauern, wonach die Geräte am nächsten Messpunkt der betreffenden Linie aufgestellt werden.

Die Beratungsunternehmen Rambøll Danmark A/S (DK) und Ove Arup & Partners Ltd. (UK) führen die geologischen bzw. geotechnischen Untersuchungen im Auftrag der Femern A/S durch.

Anhand der ermittelten Messergebnisse werden die Geotechniker fünf bis sechs Punkte auf Fehmarn sowie fünf bis sechs Punkte auf Lolland bestimmen, an denen ab Mai 2009 Probebohrungen vorgenommen werden. Diese werden pro Bohrpunkt etwa eine Woche in Anspruch nehmen.

Anhand der aus diesen Probebohrungen gewonnenen Erkenntnisse wird die Femern A/S 2009 ein etwa 2.000 m² großes Gelände (entspricht etwa zwei bis drei Eigenheimgrundstücken) für Feldversuche auswählen. Dort werden 20-30 m lange Versuchspfähle in den Boden gerammt und mit Messgeräten versehen, die in den kommenden drei bis vier Jahren detaillierte Daten über die Erdschichten liefern werden. Auch werden möglicherweise Belastungsversuche des Baugrunds mit Betonplatten vorgenommen.

Die Feldversuche sollen zeigen, wie der Baugrund von der zukünftigen Verkehrsanlage ausgehende Lasten aufnehmen kann, ohne dass es zu Setzungserscheinungen kommt, und in welchem Ausmaß Pfahlgründungen erforderlich sind. Die Gesamtkosten der geotechnischen Untersuchungen werden mit rund 40 Mio. Euro veranschlagt.

Nähere Auskünfte erteilt Jens Kammer, Project Manager der Femern A/S, unter der Telefonnummer + 45 33 41 63 09.
 

Geoelektrische Messungen

 

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