Femern A/S wird das gesamte Bauvorhaben deswegen in vier große Bauverträge aufspalten, die international ausgeschrieben werden. Eine Ausschreibung gewährleistet den bestmöglichen Wettbewerb zwischen den Bauunternehmerkonsortien, die ein Angebot abgeben werden.
Dieser Wettbewerb ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts Feste Fehmarnbeltquerung, nicht allein, um den günstigsten Preis zu erzielen, sondern gleichermaßen, um die Baubranche zu kreativem Denken zu bewegen und Vorschläge zu neuen und besseren Verfahren zu erhalten als bislang.
Femern A/S plant die Einladung interessierter Bauunternehmerkonsortien zu einer Präqualifikation im Herbst 2012. Somit wird 2013 feststehen, welche Konsortien die Möglichkeit erhalten, an der Ausschreibung der Bauarbeiten teilzunehmen.
Die von den künftigen Bauunternehmern zu verrichtenden größeren Arbeiten umfassen in groben Zügen das Ausbaggern des Meeresbodens, den Bau der Tunnelelementfabrik, die Herstellung und Absenkung der Tunnelelemente, die Errichtung der Portalbauten, die Rampenanschlüsse an die Hinterlandanbindungen, den Bau der Bahnanlagen sowie sonstige technische Installationen.
Der Abschluss der Bauverträge wird für 2015 erwartet, woraufhin die Bauarbeiten beginnen können. Die für den Abschnitt von Küste zu Küste veranschlagten Baukosten belaufen sich auf insgesamt 5,5 Mrd. EUR (Preisstand: 2008).
Der Vertrag über den Absenktunnel ist in zwei gleich große Teile aufgeteilt, damit so viele Unternehmen wie möglich Angebote abgeben, was zu einem erhöhten Wettbewerb bei Preis und Verfahren führt.
Die vier Bauverträge umfassen:
Vertiefung des Meeresbodens und Landgewinnung.
Der Bauunternehmer soll einen ca. 18 km langen, 80 m breiten und 10 m tiefen Graben im Fehmarnbelt ausheben, in dem der Tunnel platziert werden soll. Das Ausheben des Grabens wird ca. 15 Mio. m³ Meeresboden befördern, der zur Landgewinnung vor allem vor der Küste Lollands und in geringerem Maß auch vor der Küste Fehmarns wiederverwendet werden soll. Der Vertrag umfasst auch andere größere Bodenvertiefungen, z. B. das Hafenbecken für die Produktionsstätte für Tunnelelemente in Rødbyhavn.
Bau des nördlichen Teils des Tunnels.
Der Bauunternehmer soll die Hälfte des eigentlichen Tunnelbauwerks ausführen und somit auch die Hälfte der Produktionsstätte für Tunnelelemente in Rødbyhavn errichten. Darüber hinaus soll der Bauunternehmer die Hälfte der Tunnelelemente herstellen, transportieren und an Ort und Stelle absenken, also ca. 40 Standardelemente und ca. 5 Spezialelemente, was etwa 9 km Tunnel entspricht.
Bau des südlichen Teils des Tunnels.
Der Vertrag umfasst dieselben Aufgaben wie der für den nördlichen Tunnel.
Bau von Portalbauten, Rampen und Hinterlandanbindungen.
Der Bauunternehmer soll die beiden Tunnelportale sowie diejenigen Tunnelabschnitte bauen, die in offener Bauweise an Land in Deutschland und Dänemark errichtet werden. Darüber hinaus umfasst der Vertrag Ab- und Zufahrtsrampen und die Anbindung an die vorhandenen Verkehrsanlagen an Land, kleinere Gebäude und Brücken sowie die gesamte Fertigstellung, wie z. B. das Asphaltieren aller Straßen und das Verkleiden der Wände im gesamten Tunnel.
Außer diesen vier Verträgen wird Femern A/S später Aufgaben in Bezug auf den Bau der Bahnanlagen sowie sonstiger technischer Installationen ausschreiben.