Der Bau eines Absenktunnels unter dem Fehmarnbelt bedeutet, dass an beiden Enden der Trasse Baustellen und Arbeitshäfen angelegt werden müssen. Außerdem werden viele Bauteile für das Projekt, wie z. B. Ventilatoren, Leitplanken, Schienen und Schwellen, bei Zulieferern in ganz Europa hergestellt. Die Erfahrung von anderen großen Bauvorhaben zeigt auch, dass regionale Zulieferer auf beiden Seiten der Querung von einer erhöhten Arbeitsnachfrage profitieren, etwa indem sie den großen Hauptbauunternehmern Beratungsleistungen, Materialien oder Dienstleistungen zur Verfügung stellen.
Rund die Hälfte der veranschlagten Baukosten für Tunnelelemente
Die Produktion der Tunnelelemente in Rødbyhavn macht etwa die Hälfte aller im Rahmen des Projekts erforderlichen Arbeiten aus. Sowohl auf der deutschen als auch auf der dänischen Seite müssen Aushub- und Einbauarbeiten in Verbindung mit den Tunnelportalen sowie Arbeiten im Zusammenhang mit den Hinterlandanbindungen an das vorhandene Straßen- und Eisenbahnnetz geleistet werden.
Ein Teil dieser Arbeiten wird von einer Vielzahl an Dienstleistern und Zulieferern ausgeführt werden. Das gilt u. a. für die Lieferung von Baumaterialien, Beratungs- und Planungsleistungen, die Konstruktion von Stahlhallen sowie das Errichten kleinerer Gebäude. Hinzu kommen weniger technisch geprägte Aufgaben, wie das Vermieten von Fahrzeugen, Ausrüstung für den Kantinenbetrieb, Reinigung sowie Wachdienst.
Tunnelelementfabrik von gigantischen Ausmaßen
In einer neu zu errichtenden Fabrik östlich von Rødbyhavn sollen 79 Standardelemente aus Stahlbeton gefertigt werden. Die Fabrik erhält acht Produktionslinien, die alle neun Wochen jeweils ein Tunnelelement gießen.
Es wird davon ausgegangen, dass die Fertigungsanlage eine Fläche von 1.250 x 3.400 m belegt, hiervon 750 x 1.800 m an Land. Das entspricht der Größe von rund 600 Fußballfeldern.
In der Fertigungsanlage wird gleichzeitig an bis zu acht Produktionslinien für Standardelemente sowie an einer Produktionslinie für Spezialelemente gearbeitet werden können.
Der Beton wird in einer Halle gegossen
Die Tunnelelemente werden in einer geschlossenen Halle hergestellt, wo die Produktion unabhängig von Wind und Wetter erfolgen kann. Jedes Element besteht aus mehreren Segmenten, die laufend miteinander vergossen werden. Wenn ein Segment fertig gegossen ist, wird es aus der Produktionshalle geschoben. Danach kann in der geschlossenen Halle mit der Herstellung eines neuen Segments begonnen werden. So setzt sich die Serienproduktion fort, bis die Länge von 217 m für ein Standardelement erreicht ist.
Das fertige Element wird anschließend hinaus in ein Trockendock geschoben, welches dann mit Wasser gefüllt wird, so dass das Element schwimmt. Anschließend wird es über eine Schleuse in ein Becken gezogen, dessen Wasserstand auf den des Fehmarnbelts abgesenkt werden kann. Von diesem Becken aus wird das Element dann mit Schleppern zur Absenkstelle in der Tunneltrasse transportiert.
Rødbyhavn wächst auf das Doppelte an
Während der etwa sechseinhalb Jahre langen Bauphase wird die Produktionsanlage im Durchschnitt für voraussichtlich etwa 2.000 Arbeitsplätze sorgen. Dies bedeutet besondere gute Möglichkeiten für Arbeitsplätze und Wachstum in der Gegend rund um Rødby.
Die Entscheidung zugunsten von Rødbyhavn als Standort der Elementfabrik wurde am 25. Mai 2011 getroffen. Die Fabrik wird hier angesiedelt, weil die Produktion der Tunnelelemente in das umweltrechtliche Zulassungsverfahren (UVS) für das gesamte Projekt einbezogen werden muss, und weil Rødbyhavn das einzige Gebiet ist, für das Femern A/S über alle notwendigen Umweltdaten verfügt, die für eine solche Zulassung erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Fertigung nun sehr nah an der Stelle stattfindet, an der die Elemente später auch verbaut werden sollen.
Gute Bedingungen für die Anwohner
Die Tunnelfabrik wird auf einer großen Baustelle liegen, auf der die Produktion rund um die Uhr laufen soll. Daher muss besondere Rücksicht auf die Anlieger und die benachbarte Stadt genommen werden.
Bis zu 10 Meter hohe Erdwälle rund um die Anlage werden einen effektiven Lärmschutz für die Umgebung darstellen. Es ist auch sicherzustellen, dass Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger Zugang zur jeweils anderen Seite der Baustelle haben. Das bedeutet, dass in der Bauzeit einige lokale Straßen verlegt werden müssen.
Das Material für die Erdwälle und die Landgewinnungsfelder entlang der Küste stammt vom Aushub des Meeresbodens, wo der Tunnel platziert werden soll. Die endgültige Gestaltung von Produktionsanlagen, Zufahrtsstraßen und Landgewinnung sowie die Ausdehnung der zwischenzeitlichen Erdwälle sind noch nicht entschieden.
Femern A/S arbeitet weiterhin an einer Optimierung aller Gegebenheiten rund um das Bauvorhaben.