Auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødby werden derzeit pro Jahr rund zwei Millionen Kraftfahrzeuge sowie zahlreiche Personenzüge (Kopenhagen–Lübeck–Hamburg) auf insgesamt fünf Fähren befördert.
Für den Personenverkehr bringt die Feste Fehmarnbeltquerung ein Plus an Schnelligkeit und Flexibilität. Die Wartezeiten im Fährbetrieb fallen weg, und die Fahrt über die feste Querung wird mit ca. 15 Minuten deutlich schneller sein als die Überfahrt mit der Fähre. Mit einer Festen Fehmarnbeltquerung verkürzt sich die Reisezeit im Schienen-Personenverkehr um gut eine Stunde: Eine Zugfahrt zwischen Hamburg und Kopenhagen wird sich von heute etwa viereinhalb auf dann etwa drei Stunden verringern.
Der schienengebundene Güterverkehr zwischen Deutschland und Dänemark wird seit 1997 über die Querung über den Großen Belt abgewickelt. Die Route den Fehmarnbelt ist verglichen mit der über Jütland, Fünen und den Großen Belt um 160 km kürzer. Gemeinsam mit der Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden wird die Feste Fehmarnbeltquerung daher ein wichtiges Bindeglied im nord- und mitteleuropäischen Straßen- und Schienennetz bilden.
Laut Verkehrsprognose wird die Feste Fehmarnbeltquerung im Eröffnungsjahr voraussichtlich von durchschnittlich 8.000 Fahrzeugen und 3.800 Reisenden im Schienen-Personenverkehr pro Tag genutzt werden. Zum Vergleich: 2010 transportierten die Fähren pro Tag rund 5.500 Fahrzeuge und 1.000 Reisende im Schienen-Personenverkehr über den Fehmarnbelt.
Verkehr über den Fehmarnbelt
Viele Fahrzeuge und einige Züge queren bereits heute den Belt: 2010 nutzten knapp 1.000 Zugreisende und 5.460 Fahrzeuge täglich die Fähren zwischen Puttgarden und Rødby. Je näher die Eröffnung der festen Querung rückt, desto mehr werden diese Zahlen voraussichtlich steigen.
Den größten Anteil am Verkehrsaufkommen über den Belt nimmt heute der Pkw-Verkehr ein: 2010 machte dieser 81 Prozent des gesamten Verkehrs zwischen Rødby und Puttgarden aus. Der Güterverkehr belief sich auf knapp 18 Prozent, der Busverkehr auf knapp ein Prozent. Der gleiche Trend gilt für die Verteilung des Verkehrs auf der Route der Fähren zwischen Gedser und Rostock. Auf der Strecke zwischen Trelleborg in Schweden und Deutschland überwiegt jedoch der Güterverkehr.
Abgesehen von einzelnen Jahren ist das Verkehrsaufkommen zwischen Puttgarden und Rødby seit den späten 1990er Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Fährverkehr zwischen Gedser und Rostock und der Verkehr von Trelleborg nach Deutschland haben ebenfalls zugenommen.
Auf der Route Puttgarden-Rødby ist der Autoverkehr am stärksten gewachsen. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 stieg dieser um ca. 36 Prozent an, was einem jährlichen Wachstum von knapp drei Prozent entspricht. Beim Güterverkehr nahm die Verteilung des täglichen Aufkommens auf den Fährverbindungen 2010 im gleichen Zeitraum um 25 Prozent zu, der Busverkehr um ein Prozent ab.
Das gestiegene Verkehrsaufkommen auf der Fährverbindung zwischen Deutschland und Dänemark ist zum Teil auf die Eröffnung der Festen Öresundquerung im Jahr 2000 zurückzuführen. Diese führte zu einer Veränderung der Verkehrsmuster und einem gesteigerten Verkehrsaufkommen über den Fehmarnbelt.
Über den längeren Zeitraum von 1991 bis 2009 hinweg betrachtet ist das Verkehrsaufkommen zwischen Puttgarden und Rødby mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 1,7 Prozent nur moderat gestiegen.
Prognosen für das zukünftige Verkehrsaufkommen
Der Verkehr über den Belt wird in den Jahren bis zur Eröffnung der Festen Fehmarnbeltquerung voraussichtlich weiter ansteigen. Es wird davon ausgegangen, dass der Zugverkehr bis 2020 auf 3.800 Zugreisende pro Tag steigen und 75 Prozent aller auf der Schiene transportierten Güter zwischen Skandinavien und dem Kontinent diese Route nehmen werden. Die Prognose für die Straße liegt bei durchschnittlich 8.000 Fahrzeugen pro Tag.
In den ersten fünf Jahren nach der Eröffnung der festen Querung wird der Straßenverkehr voraussichtlich um jährlich sieben bis acht Prozent ansteigen. Eine ähnliche Verkehrsentwicklung konnte nach der Eröffnung der Öresundquerung beobachtet werden.
Nach den ersten fünf Wachstumsjahren wird sich der Verkehr dann voraussichtlich auf dem erreichten Niveau einpendeln. Die jährliche Wachstumsrate des Verkehrsaufkommens wird in der Folgezeit bis zum Jahr 2043 voraussichtlich bei 1,7 Prozent liegen. Anschließend wird das Verkehrsaufkommen stabil bleiben.
Für die Nutzung der Fehmarnbeltquerung kann es viele verschiedene Gründe geben und es kann sich noch viel ändern, bis die feste Querung für den Verkehr freigegeben wird. Den Prognosen aus dem Jahr 2002 zufolge wird der Geschäfts- und Urlaubsverkehr voraussichtlich den größten Anteil ausmachen, wohingegen der Pendlerverkehr zwischen den beiden Teilen der Region eine minimale Rolle für das Verkehrsaufkommen spielen wird. Ferien, Kurzurlaube und Besuche von Familie und Freunden werden voraussichtlich etwa zwei Drittel des Verkehrsaufkommens ausmachen.