Die Region
Die Fehmarnbeltregion ist derzeit noch keine fest definierte Einheit. Viele Beteiligte haben jedoch ihr Interesse an einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bekundet. Die Fehmarnbeltregion kann geografisch auf Teile Deutschlands, Dänemarks und Schwedens begrenzt werden.
Im Einzelnen besteht die Region aus dem südschwedischen Landesteil Schonen, den dänischen Inseln Seeland, Lolland und Falster (Region Seeland), den deutschen Bundesländern Schleswig-Holstein und Hamburg sowie dem nordwestlichen Teil von Mecklenburg-Vorpommern um Rostock, Wismar, Bad Doberan, Güstrow und Nordwestmecklenburg.
Großstädte und Ballungsräume
Die größte Stadt in der Region ist Hamburg mit 1.774.224 Einwohnern (Stand: 2010), gefolgt von Kopenhagen mit 1.680.271 Einwohnern (2010). Weitere größere Städte in Deutschland sind Kiel mit 238.281 Einwohnern, Lübeck mit 209.818 Einwohnern und Rostock mit 201.442 Einwohnern (2010). In Schweden sind Malmö mit 298.963 Einwohnern und Helsingborg mit 129.177 Einwohnern (2010) die wichtigsten Zentren.
Bevölkerungsstruktur
Im Jahr 2009 zählte die Bevölkerung der Fehmarnbeltregion annähernd 9 Millionen Einwohner, von denen 5,2 Millionen in Deutschland, 2,5 Millionen in Dänemark und 1,2 Millionen in Schweden lebten.
Der demographische Wandel spielt auch in der Region eine wichtige Rolle, insbesondere in Deutschland und Dänemark. Die Anzahl der Senioren (65 Jahre und älter) wird weiter ansteigen, gleichzeitig wird der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung (20 bis 64 Jahre) rückläufig sein. Nach vorliegenden Prognosen für das Jahr 2040 wird die Zahl der Erwerbsfähigen um 10 Prozent schrumpfen; in Mecklenburg-Vorpommern wird dieser Rückgang mit 12 Prozent sogar noch deutlicher ausfallen.
Politik und Sprache
In der Fehmarnbeltregion gibt es unterschiedliche politische Systeme, die nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in der untergeordneten Verwaltungsgliederung zum Tragen kommen. Dänemark und Schweden sind in Regionen unterteilt, Deutschland in Bundesländer, die allerdings deutlich mehr politische Macht besitzen als ihre skandinavischen Gegenstücke.
Sowohl Deutsch als auch Schwedisch und Dänisch sind germanische Sprachen. Schwedisch und Dänisch gehören jedoch zur Gruppe der nordgermanischen Sprachen, die sehr eng verwandt sind, während Deutsch zu den westgermanischen Sprachen zählt. Für einen Deutschen kann es daher recht schwer sein, Schwedisch oder Dänisch zu verstehen, während die Skandinavier sich in der Regel ohne Dolmetscher untereinander verständigen können. Viele Dänen und Schweden lernen Deutsch in der Schule als zweite oder dritte Fremdsprache, was dem Austausch mit den deutschen Nachbarn zuträglich ist.
Wirtschaftsfaktoren
Die wirtschaftliche Lage innerhalb der Fehmarnbeltregion weist starke Unterschiede auf. Das höchste Bruttoregionalprodukt je Arbeitnehmer ist in den Großstädten und deren Umgebung vorzufinden. Die Bewohner ländlicher Gebiete pendeln häufig in die Städte, wo es mehr Arbeitsplätze gibt. Der zentrale Teil Schonens und der nordöstlichste Teil Deutschlands sind die Gebiete mit dem geringsten Bruttoregionalprodukt pro Arbeitnehmer. Im Nordosten Deutschlands ist darüber hinaus die Arbeitslosenquote besonders hoch. Die Arbeitslosigkeit im Zentrum Schonens hingegen ist nicht so hoch. Das niedrige Bruttoregionalprodukt lässt sich hier eher durch das Pendeln vieler Bewohner in die Küstenstädte der Region erklären.