Umwelt & Verkehr

Lolland

Die Insel Lolland mit dem Fährhafen Rødbyhavn, von dem aus die Fähren nach Deutschland fahren: in unmittelbarer Nähe liegt die Stelle, an der die Feste Fehmarnbeltquerung seinerzeit auf dänischen Boden treffen wird.

Die Landschaft ist sehr flach und besteht teils aus einer langgestreckten Moränenplatte aus der letzten Eiszeit und an der Außenseite des ehemaligen Rødby-Fjords sowie an der Südküste aus Polder. Der Boden ist schwer, lehmig und sehr fruchtbar. Daher ist die Landwirtschaft weit verbreitet. Auch waren deshalb keine Knicks erforderlich, die den Boden vor Erosion bewahren sollten. In dieser Landschaft reicht der Blick sehr weit. Das dem Meer abgewonnene Land wird durch eine Reihe von Kanälen und kleineren Bächen ohne nennenswerte Strömung entwässert. Das abgeführte Wasser wird über Pumpstationen ins Meer eingeleitet. Da das Risiko der Salzwasserbeimischung besteht, wird hier kein Grundwasser gepumpt. Außerdem wird das Gebiet vom Lollanddeich geprägt, der nach der Sturmflut von 1872 erbaut wurde.

Das vorherrschende Klima ist für Dänemark typisch: Aufgrund der Nähe zum Meer sind die Winter mild und die Sommer kühl. Der Wind weht vornehmlich aus westlicher Richtung und bringt häufig feuchtes, relativ mildes Wetter mit sich. Südliche und östliche Winde dagegen sorgen für klares Wetter, im Winter häufig kalt, im Sommer häufig warm.

Das Gebiet ist von der Landwirtschaft geprägt, bietet jedoch auch einer Reihe seltener Tiere und Pflanzen Lebensraum. Die Waldung Byhave Skov ist ein historischer Bauernwald mit altem Baumbestand und auf dem Deich im Süden findet man Allmendebewuchs mit zahlreichen seltenen Pflanzenarten. Das Gebiet ist auch wegen der vielen vorhandenen Krötenarten interessant. So gibt es hier beispielsweise die seltene Wechselkröte. Als eines der südlichsten Landgebiete Dänemarks ist Lolland außerdem Anlaufpunkt für zahlreiche Zugvögel. Des Weiteren ist das Insektenleben recht speziell, denn mehrere Arten, die es eigentlich nur südlich von Dänemark gibt, finden sich hier, im besonderen Mikroklima des stillgelegten Bahngeländes von Rødbyhavn, zurecht.

Das nächste international geschützte Naturreservat liegt im eingedämmten Gelände Saksfjed  Inddæmning und ist Teil des Natura-2000-Gebiets im Gewässer zwischen Seeland und Lolland-Falster nördlich von Lolland, Guldborg Sund, Bøtø Nor und Hyllekrog-Rødsand. Das Gebiet ist Vogelreservat und Schutzgebiet für sonstige Tierarten und Naturtypen.

Der Teil des südlichen Lollands, der über dem Meeresspiegel liegt, ist wegen seiner Fruchtbarkeit bereits seit vielen Jahren besiedelt. Hier hat der Mensch die Landschaft geprägt. Davon zeugen mehrere Grabhügel, drei Kirchen, mehrere große Gutshöfe und die Tågerup Polakkaserne. Das einzige ausgewiesene kulturgeschichtliche Denkmal ist der 63 km lange Deich entlang der Südküste.

Auch heute führt der Mensch die Nutzung des Landes fort: es gibt zwei Städte – Rødby und Rødbyhavn, einen Windpark und Ferienhausgebiete. Bahntrasse, Autobahn und Fährhafen verbinden den Süden mit dem Norden. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und das Dienstleistungsgewerbe in den Städten. Außerdem spielt auch der Fremdenverkehr, u.a. in Lalandia unmittelbar westlich von Rødbyhavn und in den Ferienhausgebieten, eine Rolle. Erholung findet man entlang der Küste mit ihren Stränden und Deichen und entlang des Wanderwegs auf der ehemaligen Bahntrasse von Rødbyhavn nach Maribo.

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