Die Zahl beruht auf der Verkehrsprognose „Fehmarn Belt Forecast 2002 Final Report“ vom April 2003 und wurde vom Fehmarnbelt Traffic Consortium für die Verkehrsministerien Deutschlands und Dänemarks erstellt.
Erfahrungen haben gezeigt, dass es einige Zeit dauert, bis sich der Markt neuen Verkehrsverbindungen anpasst. Deshalb wird in den finanziellen Analysen für den Straßenverkehr mit einer Eingewöhnungsperiode von vier Jahren gerechnet, bevor der Verkehrssprung eintritt.
Die finanzielle Analyse des Vorhabens beruht auf einer konservativen Annahme, also auf einer vorsichtigen Schätzung. Die finanzielle Analyse beruht daher auf der Prognose selbst, doch in den Berechnungen wurden das Verkehrsaufkommen und damit die Einnahmen in den ersten fünf Jahren nach der Eröffnung niedriger angesetzt, um die Eingewöhnungsperiode mit einzubeziehen.
Verkehrsvoraussetzungen für die finanzielle Analyse für den Fehmarnbelt:
Fahrzeuge pro Tag |
2018* |
2008** | |
Pkw |
6.600 |
4.850 | |
Busse |
100 |
100 | |
Lkw |
1.000 |
1.000 | |
Insgesamt |
7.700 |
5.950 |
Zugverkehr pro Tag |
2015* | |
Fahrgäste |
3.800 | |
Güterwagen |
1.300 |
* Im Verhältnis zu dem jetzt geplanten Eröffnungsjahr (2018) sind keine Anpassungen vorgenommen worden. Das ursprünglich im Jahr 2003 erwartete Eröffnungsjahr, 2015, wurde beibehalten. ** Jetziges Fährverkehrsaufkommen |
Bis zur Eröffnung der festen Querung wird mit einer jährlichen Steigerung des Fährverkehrsaufkommens von 2,6 Prozent gerechnet. In den ersten 25 Jahren nach der Eröffnung der festen Querung wird mit einem jährlichen Wachstum des Verkehrsaufkommens von 1,7 Prozent gerechnet. Dies sind sehr vorsichtige Schätzungen. Zwischen 1970 und 2008 betrug das durchschnittliche Wachstum der Route Rødby-Puttgarden 3,9 Prozent. Es wird erwartet, dass im Eröffnungsjahr im Durchschnitt 7.700 Fahrzeuge und 3.800 Zugpassagiere pro Tag die Verbindung nutzen werden. Fünf Jahre nach der Eröffnung – und nach einer vierjährigen Anlaufphase – wird die durchschnittliche Anzahl von Fahrzeugen pro Tag bei 10.300 liegen. Zum Vergleich beförderten die Fähren 2008 insgesamt 5.950 Fahrzeuge pro Tag.
Verkehrssprung
Erfahrungen von anderen festen Querungen, wie denen über den Großen Belt und den Öresund haben gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen deutlich ansteigt, wenn eine feste Querung den Fährverkehr ersetzt. Dieser sogenannte Verkehrssprung wird durch neue Möglichkeiten in Form von Zeitersparnissen und größerer Zugänglichkeit hervorgerufen. Im ersten Jahr nach der Eröffnung der festen Querung über den Öresund stieg das Verkehrsaufkommen um 61 Prozent. Bei der festen Querung über den Großen Belt betrug der Verkehrssprung 127 Prozent. Konservative Annahmen zur festen Querung über den Fehmarnbelt rechnen mit einem Verkehrssprung von etwa 40 Prozent.
Die Verkehrsprognose setzt voraus, dass Fähren nach der Eröffnung der festen Querung die Route Rødby und Puttgarden nicht länger befahren werden. Dies ist jedoch eine Entscheidung, die alleine bei den Fährgesellschaften liegt.