Ist ein Tunnel sicher?
Der Fehmarnbelttunnel wird einer der modernsten und sichersten Tunnel der Welt. Er erfüllt alle relevanten Sicherheitsnormen, hierunter die EU-Tunnelrichtlinie. Das Befahren des Fehmarnbelttunnels wird mindestens ebenso sicher sein wird wie das Befahren einer dänischen Autobahn oder das Fahren mit der Eisenbahn auf offener Strecke. Die Planung der Tunnellösung konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: 1. Unfällen muss vorgebeugt werden, 2. Die Folgen von Unfällen und Notsituationen müssen minimiert werden, und 3. Das Tunneldesign muss sicherstellen, dass die Rettungsdienste bei Unfällen und in Notsituationen schnell und effektiv und mit einem hohen Maß an Sicherheit für das Rettungspersonal agieren können. Sollte es zu einem Unfall kommen, wird im Fehmarnbelttunnel die Möglichkeit bestehen, sich in einem Mittelkorridor und in Nachbartunnelröhren ohne Verkehr in Sicherheit zu bringen.
Was sind die größten sicherheitstechnischen Herausforderungen für einen Tunnel unter dem Fehmarnbelt?
Die wesentlichsten Probleme bezüglich der Sicherheit im Fehmarnbelttunnel ergeben sich aus normal vorkommenden Verkehrsunfällen und Bränden. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der weitaus größte Teil aller Todesfälle von normalen Verkehrsunfällen herrührt, die auch auf einer normalen Autobahn an Land vorkommen.
Wie können große Katastrophen wie z. B. das Unglück im Mont-Blanc-Tunnel vermieden werden?
Der Fehmarnbelttunnel hat getrennte Tunnelröhren, sodass der Verkehr nur in eine Richtung fließt – im Gegensatz zum Mont-Blanc-Tunnel, wo es Gegenverkehr in der Röhre gibt. Der Fehmarnbelt-Straßentunnel verfügt ferner über einen durchgehenden Standstreifen im gesamten Tunnel. Wie bei jeder anderen Autobahn können jedoch Verkehrsunfälle nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Um das Risiko von Verkehrsunfällen zu minimieren, werden umfassende Überwachungs-, Kontroll- und Kommunikationssysteme installiert, die rund um die Uhr besetzt sind. Ferner wird es Verkehrsinformationen über UKW-Radio, ein computergesteuertes Verkehrsregelungssystem, eine variable Beschilderung für die Verkehrsteilnehmer sowie eine Straßenbeleuchtung geben, die eine konstante Lichtstärke und variierende Lichtinstallationen im Tunnel sicherstellt, um die Konzentration bei den Autofahrern aufrechtzuerhalten.
Wird eine Tunnellösung bei vielen Menschen nicht für Furcht sorgen, die dann lieber die Fähre nehmen oder über den Großen Belt fahren, wenn sie nach Dänemark wollen oder von dort kommen?
Untersuchungen zeigen, dass manche Verkehrsteilnehmer beim Befahren von Tunneln Unbehagen verspüren. Bei einigen Menschen ist das Unbehagen so stark, dass sie sich für eine andere Route entscheiden. Untersuchungen zeigen auch, dass das Gefühl von Unbehagen durch kreative und gute Beleuchtung, dekorative Elemente, einen hohen Wartungsstandard, deutliche Informationen mit häufiger Beschilderung und eine ansprechende Gestaltung der Tunnelportale beseitigt oder verringert werden kann. Im Übrigen muss angemerkt werden, dass es auch Personen gibt, die Angst vor einer Fahrt mit dem Schiff, dem Fliegen oder dem Überqueren von Brücken haben.
Wie lange wird die Reaktionszeit der Rettungskräfte im Falle eines schweren Unfalls im Tunnel sein?
Die endgültigen Verfahren für den Einsatz von Bereitschaftsdiensten in Dänemark und Deutschland im Falle eines Unfalls im Tunnel werden zu einem späteren Zeitpunkt nach genaueren Beratungen mit den Behörden festgelegt. Der Tunnel verfügt über eine Reihe von Einrichtungen, die ein sehr frühes Eingreifen bis zum Eintreffen der Haupteinsatzkräfte vor Ort ermöglichen. Der Tunnel wird rund um die Uhr von Betriebspersonal und Sicherheitskräften überwacht, sodass jede Situation, die sich entwickeln kann, sehr früh entdeckt werden wird. Geplant ist die Einrichtung eines ersten Bereitschaftsdienstes mit ausgebildetem Personal und Leichtfahrzeugen, die einen raschen Einsatz durchführen können und im Bereich der Portalbauwerke oder im Tunnel selbst stationiert sind.
Es ist je ein kompletter Standstreifen in beiden Richtungen vorgesehen, wodurch Einsatzfahrzeuge leichte Zufahrt haben. Für das Rettungspersonal ist etwa alle 108 Meter ein Zugang von der entgegengesetzten Straßenröhre eingerichtet, durch den sichergestellt ist, dass Einsatzpersonal sicher und schnell nahe an den Unfallort gelangen kann. Desweiteren decken installierte Sprinkleranlagen alle Bereiche in allen Straßenröhren ab. Sobald ein Brand entdeckt wird, können diese Anlagen vom Kontrollzentrum aus aktiviert werden, um somit eine Ausbreitung des Brandes zu begrenzen. Etwa alle 54 Meter sind Notstationen mit Handlöschausrüstung, Hydranten sowie Nottelefonen vorhanden. Außerdem stellen installierte Hochleistungslüftungsanlagen sicher, dass der Rauch von einem etwaigen Brand schnell entfernt und in Richtung des Verkehrs aus dem Tunnel geblasen wird, wo die vom Feuer betroffene Tunnelröhre frei von Verkehrsteilnehmern ist.
Wie wird der Transport von Gefahrgut vor sich gehen?
Der Tunnel ist so gestaltet, dass Gefahrguttransporte unter sicheren Bedingungen und in Übereinstimmung mit internationalen, nationalen und lokalen Vorschriften und Bestimmungen stattfinden können. Der Tunnel ist daher auch so gestaltet, dass die Folgen etwaiger Unfälle beherrschbar sind und begrenzt werden können. Die Sicherheitsvorkehrungen im Tunnel umfassen unter anderem ein permanent besetztes Kontroll- und Überwachungszentrum, ein Verkehrsleitsystem, das Staubildungen verhindert und Situationen erkennt, die zu einer ungewöhnlicher Verkehrsentwicklung führen können, ein Lüftungssystem, das für frische Luft sorgt und etwaigen Rauch ins Freie bläst, Feuerlöschanlagen, Notausgänge und Notbeleuchtung sowie eine sehr hohe Brandbeständigkeit aller relevanten Anlagen. Die Vorschriften für den Gefahrguttransport werden von den Behörden festgelegt, die auch etwaige Einschränkungen erlassen.